Oerlikon-Aktie nach Zahlen unter Druck

OC Oerlikon blickt auf ein durchzogenes Geschäftsjahr zurück. Der Versuch, die Aktionäre mit einer Dividendenerhöhung versöhnlich zu stimmen, misslingt. Die Aktie gerät unter Verkaufsdruck.
24.02.2015 09:51
Von Lorenz Burkhalter
CEO Brice Koch von OC Oerlikon will in Zukunft einen grösseren Anteil des Jahresgewinns an die Aktionäre ausschütten.
CEO Brice Koch von OC Oerlikon will in Zukunft einen grösseren Anteil des Jahresgewinns an die Aktionäre ausschütten.
Bild: ZVG

Da hatte sich der für Jefferies tätige Analyst vermutlich mehr erhofft, als er am Tag vor der Jahresergebnispräsentation eine Kaufempfehlung für die Aktie von OC Oerlikon aussprach.

Der in Zürich beheimatete Industriekonzern blickt nämlich auf ein eher durchzogenes Geschäftsjahr zurück. Während der Zahlenkranz beim Umsatz geringfügig über den Markterwartungen liegt, werden diese beim Reingewinn ziemlich deutlich verfehlt.

Auch der Ausblick löst keine Begeisterungsstürme aus und der Versuch, die Aktionäre mit einer grosszügigen Dividendenerhöhung versöhnlich zu stimmen, misslingt.

Zur Stunde verliert die Aktie von OC Oerlikon an der Schweizer Börse SIX noch 1,6 Prozent auf 12,05 Franken. Kurz nach Handelsbeginn liessen Abgaben aus dem Ausland die Kursnotierungen vorübergehend auf 11,85 Franken einbrechen.

Ausblick wird unterschiedlich beurteilt

Bei der Zürcher Kantonalbank heisst es, dass das Jahresergebnis auf allen Ebenen knapp den Erwartungen entsprochen habe. Der negative Einfluss aus den Wechselkursveränderungen auf Umsatz und Bestellungseingang werde vom Unternehmen überraschend hoch eingeschätzt, so der verantwortliche Analyst. Wie er weiter schreibt, liegt diesen Aussagen jedoch ein Kurs für den Euro von 1,01 Franken zugrunde. Der Ausblick sei eher optimistisch. Dennoch will der Analyst seine Gewinnschätzungen nur geringfügigen Anpassungen unterziehen. Die Aktie wird bei der Zürcher Kantonalbank wie bis anhin mit "Marktgewichten" eingestuft.

Vorsichtige Worte findet man bei Baader Helvea. In einem Kommentar bezeichnet der Verfasser das Jahresergebnis als schwach. Die durchzogene Auftragslage biete nur ein mageres Fundament für das laufende Jahr, weshalb der Ausblick für 2015 hinter den Erwartungen zurückliege. Er hält sowohl am "Hold" lautenden Anlageurteil als auch am Kursziel von 12,80 Franken fest.

Ebenfalls etwas anders legt sein für die Bank Vontobel tätiger Berufskollege seine Prioritäten. Er bezeichnet das um Sonderfaktoren bereinigte Resultat als solide. Der Ausblick für 2015 decke sich beim Umsatz zwar mit den Erwartungen, verfehle diese jedoch auf Stufe EBITDA. Deshalb seien Rückläufige Konsensschätzungen möglich.

Grosszügigere Dividendenpolitik wird begrüsst

Sichtlich Gefallen findet der Analyst hingegen an der Erhöhung der Ausschüttungsquote sowie an der grosszügigeren Dividende. Allerdings gibt er zu bedenken, dass die Dividendenrendite derzeit nur 2,5 Prozent betrügt. Die Aktie von OC Oerlikon wird vorerst mit einem Kursziel von 14,80 Franken zum Kauf empfohlen.

Der Experte der UBS Investmentbank findet hingegen positive Worte für die Gewinnentwicklung im Schlussquartal, obschon er eingesteht, dass vor allem ein besseres Finanzergebnis geholfen hat.

Dank der Erhöhung der Ausschüttungsquote von 40 auf 50 Prozent des Jahresgewinns liege die geplante Dividende von 0,30 Franken je Aktie über den bankeigenen Schätzungen von 0,25 Franken. Der Analyst hält an seiner Kaufempfehlung sowie am 14,50 Franken lautenden 12-Monats-Kursziel fest.

Hohe Nettobarmittel sorgen für Fantasie

Für Fantasie sorgen J. Safra Sarasin zufolge die reichlich vorhandenen Nettobarmittel im Umfang von rund 140 Millionen Franken per Jahresende. Obschon der zuständliche Analyst mit einem schwachen ersten Quartal rechnet, schreibt er, dass sich der Ausblick mit den Markterwartungen decke. Die Erhöhung der Ausschüttungsquote und der Dividende bezeichnet er als positiv und bekräftigt deshalb seine bisherige Kaufempfehlung.