Der US-Arbeitsmarkt hat im Oktober überraschend kräftig zugelegt. Unter dem Strich entstanden 165'000 Arbeitsplätze ausserhalb der Landwirtschaft, wie ‌aus ⁠dem am Freitag veröffentlichten Job-Bericht der Regierung hervorgeht. Von der ⁠Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten nur mit 65'000 Stellen gerechnet. Im August und September ‌waren nach revidierten Daten gut 80'000 Arbeitsplätze ‌mehr entstanden als ursprünglich gemeldet. ​Die Arbeitslosenquote fiel im Oktober auf 4,1 von 4,2 Prozent. Hier hatten Experten mit einem Verharren auf dem Vormonatswert gerechnet.

Analysten sagten zu den Daten in ersten Reaktionen:

Ralf Umlauf, Helaba:

«Das ist eine überraschend ‌solide Beschäftigungsentwicklung. Der Stellenaufbau lag im Berichtsmonat über den Erwartungen. Zudem liegen die Arbeitslosenquote niedriger bei 4,1 Prozent und der Zuwachs beim durchschnittlichen ​Stundenlohn höher bei plus 3,1 Prozent im Vorjahresvergleich. ​Somit stehen die Daten einer Zinserhöhung ​im Dezember nicht entgegen. Die Zinserwartungen sind wegen der aufkommenden Verunsicherung vor allem ‌bei Tech-Aktien zuletzt deutlich gedämpft worden. Dies könnte sich nun wieder umkehren.»

Alexander Krüger, Chefökonom Bethmann Hal Bank: 

«Der Beschäftigungsmotor dreht mal wieder auf. ​Nachfrage ​und Angebot von Arbeitskräften halten ⁠sich aber weiter die Waage. Bislang deutet ​nichts darauf hin, dass ⁠sich die Lage bald anspannt oder überhitzt. Die Zuwanderung ist ‌gesunken, viele Erwerbspersonen bleiben dem Arbeitsmarkt noch immer fern. Seit dem Sommer hat sich die Partizipation zwar erhöht, ‌sie ist aber weiter unterdurchschnittlich. Summa summarum bietet ​der Arbeitsmarkt Licht und Schatten. Die US-Notenbank Fed kann sich weiter voll und ganz auf ihr Preisziel konzentrieren. Hier sieht es so aus, ‌dass der Leitzins ​im Dezember erneut angehoben wird.»

(Reuters)