Das Barometer ‌der Konjunkturerwartungen ⁠für die kommenden sechs Monate stieg im August um 7,9 ⁠Zähler auf 34,2 Punkte. Das teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ‌am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage unter ‌185 Investoren und Analysten mit. ​Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Anstieg auf 30,0 Punkte gerechnet. In ersten Reaktionen hiess es dazu:

Elmar Völker, LBBW:

«Der Stimmungsaufschwung in der deutschen Wirtschaft geht weiter. Trotz ‌aller Störfeuer vom ungelösten Nahost-Konflikt bis zur Niedrigwasserkrise zeigen die Finanzmarktexperten zum vierten Mal in Folge eine wachsende Zuversicht, dass die Konjunktur ​den Widrigkeiten trotzt. Es handelt sich zudem ​nicht mehr nur um eine reine ​Verbesserung der Zukunftsaussichten, sondern die Lageeinschätzung macht – von sehr niedrigem Niveau aus – ebenfalls ‌mehr Fortschritte als gedacht. Ob die positiven Impulse ausreichen, um die wirtschaftliche Talsohle nachhaltig zu überwinden, muss sich jedoch erst noch ​zeigen.»

Alexander Krüger, Bethmann Hal:

«Angesichts der ⁠Stimmungskiller Rekordhitze, Niedrigwasser und Ernteausfälle überrascht der ​Indexanstieg. Die Hitzewelle ist ⁠auch ein Vorbote für einen neuerlichen Inflationsschub. Steigende Transportkosten und ‌längere Transportwege bremsen die Industrie. Durch Lieferketten und Versorgungsengpässe wird die erhoffte Konjunkturerholung zurückgeworfen. Es ist daher fraglich, ‌ob der Stimmungsanstieg halten wird. Das gilt ​auch mit Blick auf die hohen Energiepreise, die von ständigen Rückschlägen in der Strasse von Hormus belastet sind.»

(Reuters)