Online-Plattform - Hedgefonds drängt Ebay zur Aufspaltung - Aktienkurs steigt kräftig

Ein einflussreicher New Yorker Hedgefonds drängt Ebay zur Aufspaltung und will unter anderem, dass sich die Onlinehandels-Plattform von ihrer Kleinanzeigen-Tochter trennt.
22.01.2019 17:34
Der Hautpsitz von Ebay in Kalifornien.
Der Hautpsitz von Ebay in Kalifornien.
Bild: Bloomberg

Der mit rund vier Prozent beteiligte Finanzinvestor Elliott Management fordert die Aufgabe von Beteiligungen, um den Aktienwert zu erhöhen. In einem am Dienstag veröffentlichten Schreiben an die Ebay-Führung setzt sich Elliott speziell für eine Abspaltung der Online-Ticketbörse StubHub und der Ebay Classifieds Group ein, zu der auch die deutschen Angebote Ebay Kleinanzeigen und mobile.de gehören.

Ebay erklärte in einem Statement, Elliotts Vorschläge sorgfältig prüfen und auswerten zu wollen. Das Unternehmen bemühe sich um die besten Entscheidungen im Sinne von Aktionären, Kunden und Mitarbeitern. Dabei gehe es insbesondere darum, Wachstum zu liefern. "Wir freuen uns auf die Gelegenheit, uns mit Elliott zu engagieren, so wie wir es mit allen Aktionären tun." Ebay kämpft schon länger mit der verschärften Konkurrenz im Online-Handel, wo Rivalen wie Amazon oder Alibaba massiv Tempo machen. Am 29. Januar will das Unternehmen seine jüngsten Quartals- und Jahreszahlen vorlegen.

Aktien legen zu

Bei Anlegern kam Elliotts Vorstoss gut an - die Aktie schoss im frühen US-Handel um fast zehn Prozent in die Höhe und lag zuletzt noch mit rund acht Prozent im Plus. Dem "Wall Street Journal" zufolge steht mit Starboard Value ein weiterer US-Hedgefonds mit einer grossen Beteiligung an Ebay hinter der Offensive von Elliott. Eigentlich steht Ebay an der Börse schon länger unter Druck, in den vergangenen zwölf Monaten fiel der Kurs um rund 20 Prozent. Seit der - ebenfalls auf Drängen grosser Investoren erfolgten - Abspaltung des einstigen Wachstumstreibers Paypal 2015 hat Ebay einen schwereren Stand.

Elliott ist als "aktivistischer Investor" dafür bekannt, sich bei Firmen einzukaufen und aggressiv in Management-Belange einzumischen, um mehr Rendite herauszuholen. In Deutschland sorgte der Hedgefonds zuletzt mit seinen Beteiligungen an Thyssenkrupp , dem Anlagenbauer Gea Group und Bayer für Aufsehen. Zudem machte Elliott wiederholt mit Spekulationen und Klagen gegen zahlungssäumige Regierungen Schlagzeilen. Dazu zählten etwa Wetten auf die Bedienung von Anleihen überschuldeter Länder wie Griechenland oder Argentinien.

(AWP)

Investment-Ideen von Julius Bär