Orsted - Dänischer Energiekonzern sucht Wachstum in der Ferne

Der dänische Energiekonzern Orsted will sein Wachstum in Übersee vorantreiben und sich dabei auch nicht durch den von der Politik auf Eis gelegten Verkauf heimischer Geschäfte stoppen lassen.
27.01.2019 03:23
Ein Offshore-Windpark der dänischen Firma Orsted
Ein Offshore-Windpark der dänischen Firma Orsted
Bild: ZVG

"Dies hat keine Auswirkungen auf unser 200 Milliarden Dänische Kronen (27 Milliarden Euro) schweres Investitionsprogramm und unsere Ausbauziele für die Erneuerbaren in Höhe von 30 Gigawatt bis 2030", sagte Vorstandsmitglied Martin Neubert in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Orsted wolle unter anderem in Japan, Taiwan und den USA wachsen. Auf Einnahmen aus dem vorerst gestoppten Verkauf des dänischen Stromnetzes und des Haushaltskundengeschäfts sei der Konzern nicht angewiesen.

"Der Geschäftsbereich steht aber grundsätzlich weiter zum Verkauf. Es gibt bessere Eigentümer als uns. Die Aussage gilt weiterhin", sagte der Manager, der seit 2008 für die Dänen tätig ist. Experten haben den Wert der Geschäfte auf umgerechnet 2,5 Milliarden Euro geschätzt. Insidern zufolge hatten dafür unter anderem der italienische Versorger Enel und der dänische Konkurrent SEAS-NVE geboten. Auch E.ON habe die Geschäfte im Blick.

Orsted, das früher Dong Energy hiess, gehört zu 50,1 Prozent dem dänischen Staat uns ist der grösste Offshore-Windkraftbetreiber der Welt. "Derzeit haben wir im Bau und Betrieb Anlagen mit einer Leistung von zwölf Gigawatt", erklärte Neubert. In der deutschen Nordsee betreibt der Konzern drei Windparks - Riffgrund 1 sowie Gode Wind 1 und 2. Borkum Riffgrund 2 soll in diesem Jahr fertig werden. Ab 2024 kommen drei Offshore Windparks hinzu: OWP West, Borkum Riffgrund West 2 und Gode Wind 3. Orsted beschäftigt weltweit rund 6000 Mitarbeiter, davon rund 200 in Hamburg und Norden-Norddeich.

In Deutschland sei derzeit wenig Bewegung im Markt, weil die Politik die Rahmenbedingungen noch festzurren müsse, erläutert Neubert. "Da es künftig keine staatliche Förderung mehr gibt, ist die Frage, nach welchen Kriterien die Ausschreibungen vergeben werden sollen", Grundsätzlich nehme der Konzern institutionelle Investoren als Teilhaber der Parks auf. Auch eine Zusammenarbeit mit Versorgern in Deutschland sei möglich wie auch mit Industriekunden oder Broker sind willkommen. "Wir sind in intensiven Gesprächen mit potenziellen Abnehmern."

Beim Ausbau nimmt Orsted vor allem Asien ins Visier. In Taiwan will das Unternehmen einen 900-Megwatt-Windpark bauen. In dem 2011 von der Atomkatastrophe von Fukushima heimgesuchten Japan hat Orsted mit dem Fukushima-Betreiber Tepco eine Partnerschaft auf den Weg gebracht.

(Reuters)

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