Das Defizit werde in der an die EU gemeldeten Prognose auf 3,6 Prozent der Wirtschaftsleistung erhöht, nach bisher 3,5 Prozent, kündigte Marterbauer am Mittwoch im ORF-Radiosender Ö1 an. Als Grund nannte er höhere Zinssätze in den USA, die Auswirkungen auf ganz Europa hätten. Dies beschere Österreich im Jahr 2027 voraussichtlich 500 Millionen Euro mehr an Zinsausgaben. Gegen Österreich läuft wegen seines hohen Haushaltsdefizits bereits ein Verfahren der EU-Kommission.
Das Budget für das laufende Jahr sei hingegen auf Kurs, sagte der Minister. Am mittelfristigen Ziel, das Budgetdefizit bis 2028 auf drei Prozent zu drücken, halte die Regierung fest.
Marterbauer wird Anfang kommenden Jahres das Amt des Vizekanzlers von Andreas Babler übernehmen. Zur Frage eines Wechsels an die SPÖ-Spitze erklärte er jedoch, diese stelle sich für ihn derzeit nicht. Der Finanzminister hatte im Sommer seine Krebserkrankung öffentlich gemacht. Seine Priorität gelte nun der Behandlung sowie seinen Aufgaben im Finanzressort.
(Reuters)

