Pandemie - Steigende Corona-Infektionszahlen in Asien ausserhalb Chinas

Während China kaum noch neue Corona-Infektionen meldet, haben andere Länder Asiens mit einem deutlichen Anstieg der Fallzahlen zu kämpfen.
29.08.2020 16:06
Ärztinnen in einem Krankenhaus in Seoul (Südkorea) kritisieren die Corona-Politik der Regierung.
Ärztinnen in einem Krankenhaus in Seoul (Südkorea) kritisieren die Corona-Politik der Regierung.
Bild: imago images / VCG

So wächst in Südkorea die Sorge vor einer Überlastung der Krankenhäuser: Im Grossraum der Hauptstadt Seoul seien am Freitag für schwere Fälle nur noch rund 15 Klinikbetten frei gewesen, erklärte der Koordinator für öffentliche Gesundheitspolitik im Gesundheitsministerium, Yoon Tae Ho. Das seien weniger als fünf Prozent solcher insgesamt zur Verfügung stehenden Betten. Eine Woche zuvor seien noch 22 Prozent frei gewesen. In Südkorea gibt es seit mehr als zwei Wochen wieder deutlich mehr Covid-19-Fälle. Auch aus Indien, Indonesien und den Philippinen wurden am Samstag steigende Zahlen gemeldet.

Die südkoreanischen Seuchenkontrollzentren registrierten 308 Neu-Infektionen. Insgesamt sind in dem ostasiatischen Land damit 19.400 Covid-19-Erkrankungen bekannt, 321 verliefen den Angaben zufolge tödlich. Doch es gab auch positive Signale: Der Ministeriumsvertreter ergänzte, er gehe in den nächsten Tagen von einer Entspannung in den Krankenhäusern aus, weil einige Patienten entlassen würden. Südkorea hatte im Frühjahr den ersten schweren Corona-Ausbruch ausserhalb Chinas vergleichsweise gut in den Griff bekommen. Einen Rückschlag gab es in den vergangenen Wochen, als sich die Krankheit trotz verschärfter Kontaktbeschränkungen wieder auszubreiten begann.

MEHR ALS 76'000 NEU-INFEKTIONEN IN INDIEN BINNEN EINES TAGES

Den steilsten Anstieg bei den Infektionszahlen weltweit verzeichnet derzeit Indien. Dort sind zuletzt 76.472 Neu-Infektionen binnen eines Tages registriert worden. Das sind zwar etwas weniger als an den vergangenen Tagen, als Rekordwerte gemeldet wurden. Insgesamt seien mittlerweile rund 3,46 Millionen Ansteckungsfälle nachgewiesen, teilte das Gesundheitsministerium des südasiatischen Landes mit seinen rund 1,3 Milliarden Einwohnern mit. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus sei um 1021 auf 62.550 gestiegen. Nach den USA und Brasilien hat Indien die dritthöchste Infektionszahl weltweit.

In Südostasien verzeichnen vor allem die Philippinen und Indonesien steigende Infektionszahlen. Die Philippinen meldeten am Samstag 3.637 neue Erkrankungen und 94 weitere Todesfälle. Mit insgesamt 213.131 Infektionen ist das Land in Südostasien am stärksten betroffen. Die Zahl der Todesfälle von 3.419 wird dort nur in Indonesien übertroffen, wo am Samstag 7.261 Tote im Zusammenhang mit Covid-19 gezählt wurden - 92 mehr als am Freitag. Das Gesundheitsministerium des Inselstaats meldete am Samstag den dritten Tag in Folge so viele Ansteckungen wie nie zuvor: Die zuletzt gezählten 3308 Fälle liessen die Gesamtzahl auf 169.195 steigen.

In China dagegen entspannt sich die Lage weiter: Die Behörden registrierten wie am Vortag neun neue Covid-19-Fälle. Bei allen solle es sich um Einreisende aus dem Ausland handeln. Damit wurden den 13. Tag in Folge keinen Ansteckungen im Inland gemeldet. Bei den in China gesondert registrierten Infektionen ohne Krankheitssymptome wurden zehn neue Fälle bekannt nach 16 Fällen am Tag zuvor. Auch in der Millionenmetropole Wuhan, die als Ausgangsort der Pandemie gilt, entspannt sich die Lage weiter. Dort sollen am Dienstag wieder alle Schulen und Kindergärten öffnen. 

(Reuters)