Pandemie - Zweifel auch an japanischem Medikament wegen möglicher Coronavirus-Wirksamkeit

Die Aktien der japanischen Fujifilm Holdings sind nach einem Medienbericht über Zweifel an der Wirksamkeit des Medikaments Avigan eingebrochen.
20.05.2020 06:57
Weltweit wird mit Hochdruck an einem Impfstoff gegen das Coronavirus geforscht.
Weltweit wird mit Hochdruck an einem Impfstoff gegen das Coronavirus geforscht.
Bild: imago images / Future Image

Die staatliche Nachrichtenagentur Kyodo hatte berichtet, dass nach klinischen Studien bislang keine eindeutigen Beweise für die Wirksamkeit des Anti-Grippe-Mittels bei der Behandlung von Covid-19 vorlägen. Die Daten ließen Zweifel aufkommen, ob das Therapeutikum bis Ende des Monats wie von der Regierung gefordert zugelassen werden könne, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf nicht näher identifizierte Quellen.

"Fujifilm ist sich der Ergebnisse nicht bewusst und daher auch nicht in der Lage, sich dazu zu äußern", sagte Unternehmenssprecherin Kana Matsumotound. Sie fügte hinzu, dass der Pharmakonzern das Medikament nach den derzeitigen klinischen Studien in Japan und den USA bewerten würde.

Das Interesse an Avigan, allgemein als Favipiravir bekannt, schnellte im März in die Höhe, nachdem ein Regierungsvertreter erklärt hatte, es scheine Covid-19 Patienten bei der Genesung zu helfen. Es ist aktuell Gegenstand von mindestens 16 klinischen Studien auf der ganzen Welt. Bedenken bezüglich der Einnahme bestehen allerdings, da es in Tierstudien nachweislich Geburtsfehler verursacht. Die japanische Regierung hatte zugesagt, Avigan zu verschenken. Mehr als 40 Länder bekundeten ihr Interesse.

Ein Medienbericht weckte bereits Zweifel an der potenziellen Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs, an dem das US-Unternehmen Moderna derzeit arbeitet.

(Reuters/cash)