Der US-Medienkonzern Paramount Skydance hat den Weg für die 110 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Warner Bros Discovery freigemacht. Das Unternehmen einigte sich am Montag in einem Rechtsstreit mit einer Gruppe von US-Bundesstaaten sowie der Autorengewerkschaft Writers Guild of America (WGA). Damit steht einer der grössten Zusammenschlüsse in der Geschichte der Medienbranche nichts mehr im Wege.
Um Bedenken der Wettbewerbshüter auszuräumen, machte Paramount weitreichende Zugeständnisse und verhinderte so einen Zwangsverkauf von Kabelnetzwerken wie CNN oder lukrativen Filmreihen. Der Konzern verpflichtete sich, in den kommenden fünf Jahren bestimmte Quoten für Kinoveröffentlichungen einzuhalten und jährlich mindestens 300 Millionen Dollar zusätzlich in US-Produktionen zu investieren. In den ersten beiden Jahren nach dem Zusammenschluss sollen jeweils 30 Filme produziert werden, in den darauffolgenden drei Jahren jeweils 32. Werden diese Vorgaben verfehlt, wird eine Strafe von 30 Millionen Dollar pro Film fällig, die grösstenteils in Fonds zur Unterstützung von Arbeitnehmern fliessen soll.
Zudem wird ein unabhängiges Gremium eingerichtet, das die redaktionelle Unabhängigkeit der Nachrichtensender CBS und CNN sicherstellen soll. Kaliforniens Justizminister Rob Bonta sprach von einem starken Ergebnis für den Wettbewerb. «Mehr Produktion, mehr Auswahl und Schutzmassnahmen, die diese Branche wettbewerbsfähig halten», sagte er. Paramount-Chef David Ellison erklärte, Ziel sei stets ein stärkeres Hollywood gewesen, das Verbrauchern mehr Auswahl und einen stärkeren Wettbewerb biete.
Die Autorengewerkschaft WGA legte ihren parallelen Rechtsstreit ebenfalls bei, betonte jedoch, dass der Deal der Branche schaden werde. Nach der Einigung der Bundesstaaten habe sich die Gewerkschaft der Realität stellen müssen, in einem komplexen Verfahren ohne staatliche Unterstützung allein dazustehen, hiess es.
Eine Koalition aus zwölf US-Bundesstaaten hatte gegen die Fusion geklagt. Sie befürchteten, dass der Zusammenschluss den Wettbewerb einschränken und zu höheren Preisen führen könnte. Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump sowie die Wettbewerbshüter in der Europäischen Union und in Grossbritannien hatten das Vorhaben zuvor genehmigt. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte am Freitag berichtet, dass eine Einigung mit den US-Bundesstaaten unmittelbar bevorstehe. Die beiden Unternehmen erwarten durch die Fusion Einsparungen in Höhe von sechs Milliarden Dollar, was wohl mit einem Stellenabbau einhergehen wird. Der neue Medienriese hat 80 Milliarden Dollar Schulden.
(Reuters)

