«Paywall hat für Ringier keine Priorität»

Während andere Medienhäuser im Internet Bezahlschranken errichten, fährt Ringier eine eigene Strategie. Im cash-Video-Interview nennt Ringier-CEO Marc Walder die Gründe.
09.04.2014 13:33
Von Frédéric Papp
Ringier-CEO Marc Walder im cash-Video-Interview.
Bild: cash

Gratis-News im Internet lesen wird beim Ringier-Produkt Blick auch weiterhin möglich sein. "Die Paywall hat bei uns keine Priorität", sagt Ringier-CEO Marc Walder im cash-Video-Interview. Dies ist ein diametraler Kurswechsel gegenüber früheren Aussagen. Vor rund einem Jahr sagte Walder gegenüber cash, dass mit einer definitiven Einführung im 2014 zu rechnen sei.

Derweil setzen andere Medienhäuser verstärkt auf solche Bezahlschranken, die ein unlimitiertes Gratis-Konsumieren von News verhindern sollen. So hat Tamedia erst kürzlich ein Bezahlmodell für ihr Newsnet eingerichtet, auch die Neue Zürcher Zeitung verfügt schon seit Oktober 2012 über eine solche Paywall. 

Ringier setzt nun in erster Linie auf die Monetarisierung der zum Teil teuer eingekauften Online-Plattformen. "Wir wollen möglichst viel Leute auf unsere Plattformen holen", so Walder. Im Januar hat der Medienkonzern die Plattformen Scout24 vollständig übernommen. Der Umsatzbeitrag aus dem digitalen Geschäft belief sich 2013 auf 26 Prozent. Dieser soll bis Ende des laufenden Jahres auf ein Drittel anwachsen, teilte er an der heutigen Bilanzmedienkonferenz mit.

Ringier lässt den Fuss auch weiterhin auf der Kostenbremse. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die Aufwendungen um 36 Millionen auf 920 Millionen Franken. Die Mitarbeiteranzahl nahm um 500 Personen auf 7500 ab. Gleichzeitig verbesserte sich die Ebitda-Marge um 3 auf 12 Prozent.

Im cash-Video-Interview äussert sich Marc Walder über den Umsatzschwund bei Ringier und zu den Arbeitsbedingungen von Journalisten.