Pharma - Lonza investiert stark in die Zukunft und hebt Prognose an

Die «neue» Lonza ist deutlich profitabler ohne das mittlerweile verkaufte Chemiegeschäft. Altlasten drücken aber den ausgewiesenen Gewinn.
23.07.2021 09:25
Ein Elekrophorese-Gerät von Lonza in der Labor-Untersuchung des Coronavirus.
Ein Elekrophorese-Gerät von Lonza in der Labor-Untersuchung des Coronavirus.
Bild: Bloomberg

Der hierzulande vor allem für den Impfstoff-Auftrag von Moderna bekannte Pharmazulieferer will künftig schneller wachsen.

Lonza hat im ersten Semester 2021 den Umsatz um 13,3 Prozent auf 2,54 Milliarden Franken gesteigert, wie am Freitag aus einem Communiqué hervorging. Die just zur Jahresmitte verkaufte Chemiesparte LSI ist aus diesen Zahlen bereits herausgerechnet. Davon blieben 317 Millionen Franken als Betriebsgewinn (EBIT), das sind 40 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahlen verhagelt hat eine "Altlast": Die überfällige Sanierung der Giftmülldeponie Gamsenried im Kanton Wallis.

Für das Generationenprojekt hat Lonza 290 Millionen Franken zurückgestellt. Unter dem Strich stand daher ein 41 Prozent tieferer Reingewinn von 263 Millionen zu Buche. Lonza lässt aber sich lieber an den um Wertberichtigungen und Restrukturierungen bereinigten Gewinnzahlen messen. Der sogenannte "Kern-EBITDA" stieg denn auch um 13,1 Prozent auf 847 Millionen Franken.

Die entsprechende Marge erreichte 33,3 Prozent. Zum Vergleich: Inklusive der Chemiesparte, die für einen Viertel des Konzerns stand, kam Lonza vor einem Jahr auf 29,1 Prozent. Analysten mit tieferen Werten gerechnet.

Seit der Trennung vom Chemieteil konzentriert sich Lonza voll und ganz auf seine Rolle als Produktionspartner der Pharma- und Biotechindustrie. Unter anderem am Stammwerk in Visp werden etwa im Auftrag von Pharmakonzernen Wirkstoffe für Medikamente hergestellt - oder eben für die Impfung der US-Firma Moderna.

Hohe Investitionen

Und Lonza steckt viel Geld in seine Zukunft als Auftragsfertiger. Alleine im ersten Halbjahr 2021 wurden insgesamt 474 Millionen Franken investiert - 80 Prozent des Betrages flossen in Wachstumsinvestitionen. 2021 dürften die gesamten Investitionsausgaben etwa 25 Prozent des Umsatzes ausmachen.

Diese Ausgaben kann sich Lonza gut leisten, hat doch der Verkauf des Chemiegeschäfts 4,2 Milliarden Franken in die Kassen gespült. Die "Mehrheit" des Geldes will Lonza in die Wachstumsprojekte stecken. Darüber hinaus wolle man Akquisitionen tätigen.

Ausblick erhöht

Die fokussierte Lonza soll nun deutlich schneller wachsen und mehr Gewinn abwerfen als die bisherige Firma. Bis 2023 peilt das Unternehmen ein zweistelliges Umsatzwachstum und die Betriebsgewinnmarge soll auf 33 bis 35 Prozent steigen.

Auf dem Weg dorthin stellt Lonza für das Jahr 2021 neu ein Umsatzwachstum zu konstanten Wechselkursen im mittleren Zehnerprozentbereich in Aussicht. Bisher hatte Lonza einen Anstieg um einen niedrigen zweistelligen Prozentbetrag in Aussicht gestellt.

(AWP)

 
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