Pharma - Novartis-CEO: «Die meisten Investoren sind langfristig bei Novartis. Und da sieht es gut aus»

Novartis-Chef Vas Narasimhan kann offenbar damit leben, dass der Konzern in der Bekämpfung der Corona-Pandemie nicht an vorderster Front dabei ist. Punkto Aktienkurs ist er gelassen.
10.03.2021 18:49
Vas Narasimhan, CEO von Novartis, an einer Panel-Diskussion am WEF 2019.
Vas Narasimhan, CEO von Novartis, an einer Panel-Diskussion am WEF 2019.
Bild: Bloomberg

"Wir spielen die Rolle, die wir aufgrund unserer Fokussierung spielen können", sagt Vas Narasimhan im Interview mit der "Handelszeitung". Im Moment sei das vor allem die Produktion des Impfstoffs. Man könne ausserdem davon ausgehen, dass Novartis in den nächsten Wochen weitere Kooperationen ankündigen werde. Novartis hatte bekanntlich das Impfstoff-Geschäft vor ein paar Jahren verkauft.

Es gibt allerdings Dinge, die er aus heutiger Sicht anders machen würde. "Wir setzten am Anfang womöglich zu sehr auf uns und unsere eigenen Wirkstoffe. Wir hatten die Hoffnung, selbst ein Medikament gegen Covid-19 zu finden", so Vas, der wegen seines komplizierten Nachnamens gerne beim Vornamen genannt wird.

Heute würde er schneller schauen, was die Biotech- Community zu bieten habe und ob es Partner gebe, mit denen man zusammenarbeiten könne - wie das Novartis dann mit Molecular Partners aus Zürich gemacht habe.

Positiv äussert sich der Novartis-CEO zu den Impfstoffen. "Ich denke, alle diese Impfstoffe sind sehr gut. Ich habe ja mit Vakzinen gearbeitet, das ist mein wissenschaftlicher Hintergrund." Alle würden Hospitalisierungen und schwere Verläufe zu über 85 Prozent und das über die Mutationen hinweg verhindern. Die Daten zeigten gar, dass die Impfstoffe sogar bei den problematischen Strängen des Coronavirus sehr gut wirkten.

"Kann viel passieren"

Befragt zur schleppenden Entwicklung des Novartis-Aktienkurses meinte er: "In zwölf Monaten kann viel passieren in unserer Industrie. Das ist deshalb auch nicht der Zeithorizont, auf den unsere Investoren schauen." Die meisten Investoren seien langfristig bei Novartis engagiert. Und da sehe es gut aus.

Über die vergangenen drei Jahre sei Novartis in den Top 6 der Industrie gewesen. "Das ist nicht grossartig, aber solide." Er glaube, dass Novartis bis 2025 4 Prozent pro Jahr wachsen können, dass man die Marge weiter erhöhen und weiter steigende Dividenden auszahlen könne. "Und wenn wir dazu noch etwas Glück haben mit gewissen Programmen in unserer Pipeline, dann wird es sogar besser laufen. Ich denke, das ist ein attraktives Profil für Investoren." Sein Job sei es, langfristig erfolgreich zu sein.

(AWP)