Pharma-Spin-off - Novartis-Tochter Alcon - jetzt gilt es ernst

In gut zwei Wochen erhalten die Novartis-Aktionäre Aktien von Alcon zugeteilt. cash sagt, wie viel Alcon an der Börse wert sein könnte und nennt zwei kurzfristige Kurstreiber.
22.03.2019 09:09
Von Lorenz Burkhalter
Vasant "Vas" Narasimhan, Chef des Alcon-Mutterhauses Novartis.
Vasant "Vas" Narasimhan, Chef des Alcon-Mutterhauses Novartis.
Bild: cash

Lange mussten die Aktionäre von Novartis warten, doch nun geht es Schlag auf Schlag: Den Aktionären des Basler Mutterhauses sollen schon am 9. April für jeweils fünf Novartis-Aktien eine Aktie von Alcon zugeteilt werden. Noch am gleichen Tag soll sowohl an der Schweizer Börse SIX als auch an der New York Stock Exchange der Handel aufgenommen werden.

Ob die in der Augenheilkunde tätige Alcon als eigenständiges Unternehmen höher bewertet wird als unter dem Dach des Basler Mutterhauses, wird sich spätestens dann zeigen. So richtig in den Genuss von Vorschusslorbeeren kam die Novartis-Aktie jedenfalls noch nicht. Mit einem Plus von 14 Prozent schnitt sie seit Jahresbeginn in etwa so wie der um 13,4 Prozent höhere Gesamtmarkt ab.

Margenverbesserungspotenzial wird unterschiedlich beurteilt

Aus Sicht von J.P. Morgan dürfte der Spin-off von Alcon aus Sicht der Novartis-Aktionäre denn auch ein Nullsummenspiel sein. Berechnungen der US-Investmentbank zufolge dürfte das Augenpflegeunternehmen rund 8 Franken je Novartis-Aktie wert sein, die Aktie des verschlankten Mutterhaus nach vollzogener Abspaltung noch 77 Franken. J.P. Morgan befürchtet, dass Alcon zukünftig mehr ins Marketing und den Vertrieb investieren muss. Das wiederum würde auf die Margen drücken.

Etwas optimistischer äussert sich die US-Investmentbank Jefferies. Sie rechnet am 8. April mit einem Eröffnungskurs zwischen 43 und 47 Franken für die Alcon-Aktie. Das entspräche zu aktuellen Umrechnungskursen 43 bis 47 Dollar für die in New York gehandelten Titel. Logischerweise müsste die Novartis-Aktie dann zwischen 8,60 und 9,40 Franken tiefer notieren.

Jefferies traut dem Börsendebütanten Alcon längerfristig ein jährliches Umsatzwachstum von bis zu 4,5 Prozent zu. Die operative Kerngewinnmarge sollte sich über die Zeit von 17 Prozent im vergangenen Jahr auf 20 Prozent erhöhen.

SMI-Aufnahme einer von zwei Kurstreibern

Während J.P. Morgan die Aktie des Mutterhauses Novartis mit Underweight und einem Kursziel von gerademal 85 Franken einstuft, empfiehlt Jefferies sie mit einem Kursziel von 105 Franken zum Kauf.

Für die Alcon-Aktie liegen hingegen noch keine Anlageurteile vor. Sollten schon kurz nach dem Börsendebüt erste Kaufempfehlungen eingehen, könnten diese der Aktie Schub verleihen. Ein möglicher Kurstreiber ist auch der ausserordentlich Einzug in den viel beachteten Swiss Market Index (SMI). Indexorientierte Grossanleger, Index-Fonds sowie Anbieter von strukturierten Indexprodukten müssen deshalb Alcon-Aktien kaufen, wollen sie den SMI eins-zu-eins abbilden (cash berichtete).

Längerfristig muss Alcon allerdings den Beweis antreten, unabhängig vom Basler Mutterhaus wachsen und Margenverbesserungen erzielen zu können. Was dann zählt, sind Ergebnisse.

Die Zürcher Kantonalbank wähnt Alcon am Beginn eines neuen Wachstumszyklus. Sie sieht das Unternehmen dank den eingeleiteten Initiativen bis in wenigen Jahren sogar Johnson&Johnson die Marktführerschaft in der Ophthalmologie streitig machen. Mit der Aufnahme einer Dividendenzahlung rechnet die Zürcher Kantonalbank bei Alcon erst ab den Jahren 2020/21.

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