Pharmaindustrie - Volle Kriegskasse: Warum Sanofi ein Interesse an Vifor nachgesagt wird

Der französische Pharmakonzern Sanofi hat durch einen Verkauf sehr viel Geld eingenommen. Dieses könnte in eine Übernahme von Vifor fliessen, wie eine Privatbank mutmasst.
27.05.2020 10:30
In einem Labor von Vifor Pharma in Genf.
In einem Labor von Vifor Pharma in Genf.
Bild: ZVG

Vifor Pharma könnte nach Einschätzung der Vermögensverwaltungsbank Mirabaud ein Übernahmeziel für Sanofi werden, nachdem der französische Pharmakonzern den Verkauf einer 13 Milliarden Dollar schweren Beteiligung an der US-Firma Regeneron angekündigt hat.

Sanofi wird den Erlös aus dem Verkauf der Regeneron-Anteile wahrscheinlich für Fusionen und Übernahmen verwenden und - basierend auf den früheren Interessen von CEO Paul Hudson, als er bei Novartis war - könnte das Spezialitätenpharmaunternehmen Vifor Pharma ein solches potenzielles Ziel sein, schreibt Mirabaud in einer Mitteilung an
die Kunden.

Wenn Sanofi Vifor Pharma nicht kauft, besteht die Möglichkeit, dass "eine ganze Weile" kein potenzieller Bieter auftaucht, bis die Spätphase der Diamond-Studie des Unternehmens für Veltassa im Jahr 2024 vorliegt. Veltassa wird bei Hyperkaliämie eingesetzt. Das Medikament könnte ein "Blockbuster" werden.

Vifor ist 2017 aus der Aufspaltung der Galenica-Gruppe in ein Apothekengeschäft und ein Pharmaunternehmen hervorgegangen. Bekannte Medikamente des Unternehmens sind Ferinject und Venofer gegen Eisenmangel. 

Sanofi gehört zu den weltgrössten Pharmaunternehmen. Es entstand aus mehreren Fusionen, darunter jener der deutschen Hoechst und der französischen Rhône-Poulenc.

(Bloomberg/cash)