Philipp Hildebrand - Zukunft der europäischen Banken liegt in Europa

Der Vizepräsident des weltgrössten Vermögensverwalters Blackrock, Philipp Hildebrand, warnt die europäischen Banken zehn Jahre nach der Finanzkrise vor neuen Abenteuern in den USA.
21.09.2018 11:07
Philipp Hildebrand, Black-Rock-Vizepräsident.
Philipp Hildebrand, Black-Rock-Vizepräsident.
Bild: Bloomberg

"Die Zukunft der europäischen Banken, die muss in Europa liegen", sagte der frühere Chef der Schweizer Notenbank am Freitag in Frankfurt. Trotz der sich abzeichnenden Deregulierung in den Vereinigten Staaten wäre es seiner Meinung nach "ein Fehler, wenn wir eine Renaissance sehen würden, dass die europäischen Banken wieder mit Banken wie JP Morgan oder Morgan Stanley konkurrieren wollen, das wäre 'back to the future'", sagte Hildebrand.

Ein erneuter Misserfolg wäre programmiert. Die Bilanz "der Abenteuer" der europäischen Banken in den USA seit Mitte der 1990er-Jahre sei schlecht. "Ich fürchte, dass man da eine ziemlich verheerende Bilanz ziehen würde", sagte Hildebrand. Stattdessen müsse sich Europa darauf konzentrieren, die begonnene Bankenunion zu vollenden. "Wir müssen endlich die europäische Bankenlandschaft sanieren." Starke Banken könnten nur in einem grossen einheitlichen Bankenmarkt erfolgreich sein.

Namentlich nannte Hildebrand die Deutsche Bank: sie sei aus seiner Sicht eigentlich "ideal positioniert", um in der Zukunft eine starke Marktposition zu besetzen. Das grösste deutsche Kreditinstitut hat unter dem seit dem Frühjahr amtierenden Chef Christian Sewing begonnen, das Geschäft in den Vereinigten Staaten zurückzufahren und konzentriert sich nun stärker auf Europa und den deutschen Heimatmarkt. Blackrock gehört zu den grössten Aktionären der Deutschen Bank.

(Reuters)