Die Aktien von Polypeptide verteuern sich am Montag nach Handelsöffnung um 5 Prozent auf 43,85 Franken.

Grund ist ein Übernahmeangebot des südkoreanischen Pharmakonzerns Samsung Biologics für den ‌auf Peptide spezialisierten Pharmaauftragshersteller von umgerechnet rund ⁠1,8 Milliarden Dollar. Samsung Biologics bietet ‌den Aktionären 44,31 Franken (54,81 ‌Dollar) je Aktie ​in bar, teilten die beiden Unternehmen am Montag mit. Damit wird der Eigenkapitalwert von PolyPeptide auf ‌1,46 Milliarden Franken beziffert. 

«Wir sehen das Angebot von Samsung Biologics als insgesamt fair bewertet an», schreibt die Zürcher Kantonalbank in einem Kommentar. Angesichts der klaren Empfehlung durch den unabhängigen Verwaltungsrat sowie der bereits zugesagten Andienung durch den grössten Aktionär Draupnir hält es die ZKB für «sehr wahrscheinlich», dass die Transaktion zustande kommt.

Mit dem Übernahmeangebot konkretisieren sich Spekulationen, die sich schon seit Monaten im Markt halten. Allerdings war man im Frühjahr davon ausgegangen, dass mehrere Private Equity-Gesellschaften um Polypetide buhlen. Ob es in den nächsten Wochen zu einem Gegenangebot für Polypeptide, bleibt abzuwarten. Der Aktienkurs, der aktuell unter dem Übernahmeangebot liegt, deutet allerdings nicht darauf hin.

Die Aktien haben seit dem Beginn der Spekulationen im April rund 40 Prozent zugelegt. Allerdings haben frühe Investoren in Polypeptide nun das Nachsehen. Die Aktie stieg in den Monaten nach dem Börsengang im April 2021 bis auf 140 Franken. Dann folgten mehrere Gewinnwarnungen in Serie und ein Absturz der Aktien. Auf dem Tiefpunkt kosteten die Papiere weniger als 15 Franken. Erst ein Austausch des Managements brachte eine Wende.

Das Übernahmeangebot liege unter dem IPO-Level von 64 Franken im April 2021, spiegle aber den strukturellen Turnaround und die beschleunigte Wachstumsdynamik von Polypeptide, so die ZKB.

(cash/AWP)