Die Aktien von Sandoz fallen am Mittwochmorgen um 2,7 Prozent auf 79,90 Franken. Dabei gehören die Titel zu den Bevorzugtesten unter den Schweizer Blue Chips. Mit einem Plus von 42 Prozent seit Jahresbeginn führt der Generikahersteller den Swiss Market Index (SMI) noch mit Abstand an. Sandoz ist seit September Teil des SMI.
Sandoz präsentierte am heutigen Mittwoch vor Börseneröffnung Zahlen fürs dritte Quartal. Dieses sei «eher 'soft'» ausgefallen, notierte die Zürcher Kantonalbank. «Die Nachfrage nach Biosimilars bleibt weiter stark, aber kurzfristige Lieferengpässe bringen Unsicherheit in die Wachstumserwartungen für Sandoz», so der zuständige Analyst. Er wertet es als positiv, dass Sandoz operativ gut unterwegs sei und sich die profitableren Biosimilars letztlich positiv auf die Gewinnzahlen auswirken.
Der Basler Konzern setzte im höhermargigen Biosimilar-Geschäft mehr um. In der Generika-Sparte trat Sandoz jedoch auf der Stelle. Die Einnahmen in den ersten neun Monaten beliefen sich auf 8,7 Milliarden Dollar, was einem Plus von acht Prozent entspricht. Zu konstanten Wechselkursen entspricht das einer Steigerung von 5 Prozent.
Zum Vergleich: Im ersten Quartal resultierte ein Umsatzplus von drei Prozent, im zweiten Quartal sieben Prozent. Für das gesamte Jahr 2026 senkt das Unternehmen nun aber die Umsatzprognose und hebt zugleich das Margenziel an.
Laut Sandoz belaste der anhaltende Preisverfall von Penicillin-Wirkstoffen das Generika-Geschäft. In dieser Sparte erlitt Sandoz einen leichten Rückgang. Zudem führte die gestiegene Nachfrage von Biosimilars zu kurzfristigen weltweiten Lieferengpässen. Mit den vorgelegten Zahlen hat Sandoz die Analysten-Erwartungen laut dem AWP-Konsens teilweise verfehlt.
Am selben Morgen wie die Quartalszahlen, sorgte aber auch ein neues Rating für einen Dämpfer bei Sandoz. Intron Health stuft den Generikaspezialisten auf «Hold» von zuvor «Buy» hinunter. Zudem senkt der Analyst das Kursziel auf 75 von 85 Franken.
Die Ziele von Sandoz galten zuvor als ambitioniert und wurden nun angepasst. Der Nettoumsatz soll 2026 währungsbereinigt um fünf bis sechs Prozent wachsen. Zudem hebt das Unternehmen wegen eines zunehmend günstigeren Umsatzmixes und einer stärkeren operativen Leistung die Prognose für die Kern-Ebitda-Marge an. Neu wird sie für 2026 bei 23 bis 23,5 Prozent erwartet. Zuvor prognostizierte Sandoz ein Wachstum von 100 Basispunkten gegenüber dem Vorjahr (2025: 21,7 Prozent).
Sandoz wird in den nächsten Jahren voraussichtlich weitere Märkte wie Kanada oder Brasilien mit neuen Generika erschliessen, da dort Patente für Originalmedikamente ablaufen. Zudem will das Unternehmen mit dem Projekt «Bio 100» bis 2040 sein Biosimilar-Portfolio auf über 100 Mittel ausbauen. Aktuell bietet Sandoz in diesem Bereich 13 Produkte an.
Laut AWP-Analyser stehen derzeit acht Kaufempfehlungen gegenüber einer Verkaufs-Empfehlung und sechs Neutral-Ratings. Die Kursziele liegen zwischen 60 und 94 Franken mit einem Durchschnitt von 77 Franken.

