Rahmenvertrag - Finanzplatz Genf sieht ohne EU-Abkommen Jobs in Gefahr

Eine Vereinigung von Schweizer Privatbanken droht mit der Verlagerung von Geschäftsaktivitäten, falls die Schweiz das geplante Rahmenabkommen mit der EU nicht unter Dach und Fach bringen sollte.
08.10.2019 19:12
Der Chef des "Geneva Financial Center" befürchtet Arbeitsplatzverluste und sinkende Steuereinnahmen, falls es nicht zum Abschluss des Rahmenvertrags kommen sollte. Im Bild: Genf, das Finanzzentrum der Westschweiz
Der Chef des "Geneva Financial Center" befürchtet Arbeitsplatzverluste und sinkende Steuereinnahmen, falls es nicht zum Abschluss des Rahmenvertrags kommen sollte. Im Bild: Genf, das Finanzzentrum der Westschweiz
Bild: Pixabay

Das Rahmenabkommen mit der EU sei Voraussetzung dafür, dass die Schweizer Banken über einen Zugang zum europäischen Markt verhandeln könnten, sagte Yves Mirabaud, der die Privatbanken-Vereinigung "Geneva Financial Center" führt, am Dienstag.

Sollte das alles nicht zustande kommen, seien die Banken gezwungen, sich woanders anzusiedeln oder einen Teil ihres Geschäfts in der EU weiterzuführen. Das werde sich negativ auf Arbeitsplätze und Steuereinnahmen in der Schweiz auswirken. "Ich fürchte nicht, dass sie den Finanzplatz verlassen, aber dass sie ihr Wachstum ausserhalb der Schweiz vorantreiben", sagte Mirabaud.

Die Schweiz und die EU verhandeln seit Jahren über ein sogenanntes Rahmenabkommen, das die wechselseitigen Beziehungen regelt. Der Finanzbereich ist nicht Teil des vorliegenden Vertragswerks. Die EU hatte Schweizer Forderungen nach einem besseren Zugang zum EU-Markt eine Absage erteilt, solange der Rahmenvertrag nicht steht.

(Reuters)