Die Raiffeisen Bank International (RBI) hat in den ersten neun Monaten ihren Gewinn im Kerngeschäft ohne Russland gesteigert und Fortschritte bei strategischen Projekten erzielt. Das Konzernergebnis kletterte um zehn Prozent auf 1,13 Milliarden Euro. «Wir blicken auf drei starke Quartale zurück», sagte Bankchef Michael Höllerer am Dienstag. «Unser Kerngeschäft entwickelt sich sehr erfolgreich, und mit unserer soliden Position in attraktiven Märkten sind wir bestens aufgestellt, um weiter zu wachsen.» Zudem sei die Übernahme der rumänischen Garanti BBVA abgeschlossen. Bei dem Übernahmeangebot für die Addiko Bank sei eine Annahmequote von 94,84 Prozent erzielt worden.
Der Zinsüberschuss legte in den ersten neun Monaten um sieben Prozent auf 3,35 Milliarden Euro zu, der Provisionsüberschuss stieg um zehn Prozent auf 1,62 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr erwartet die RBI einen Zinsüberschuss von über 4,5 Milliarden Euro und eine Eigenkapitalrendite (RoE) von rund 13 Prozent. Die Prognose für die harte Kernkapitalquote (CET1) von rund 14,5 Prozent zum Jahresende berücksichtigt bereits die Effekte aus den geplanten Übernahmen. Das Wachstum der Kundenkredite wird ohne Akquisitionen bei rund neun Prozent erwartet.
Die RBI treibt den Rückbau ihres Russland-Geschäfts weiter voran. Die Kredite an Kunden in Russland wurden seit Mitte 2022 von 13,7 Milliarden auf 2,2 Milliarden Euro reduziert. Als Basis-Szenario gelte weiterhin der schrittweise Abbau, parallel würden die Bemühungen um einen Verkauf erneuert. Im dritten Quartal schrieb die russische Tochterbank einen Verlust von 37 Millionen Euro. In Österreich wurde zudem ein rechtskräftiger Schadenersatzanspruch in Höhe von 3,15 Milliarden Euro gegen die russische Rasperia erwirkt, um in Russland entstandene Schäden zu kompensieren.
(Reuters)

