Die Wiener Raiffeisen Bank International (RBI) plant nach einem Gerichtsurteil in Russland eine Schadenersatzklage in Milliardenhöhe ‌gegen ⁠die Beteiligungsgesellschaft Rasperia in Österreich. Das Geldhaus wolle rund 3,15 ⁠Milliarden Euro geltend machen, teilte die RBI am Donnerstag mit. Ein ‌russisches Gericht habe zuvor eine Unterlassungsverfügung erlassen, ‌die rechtliche Schritte gegen Rasperia ​ausserhalb Russlands weitgehend untersage. Gemäss der Verfügung dürften die RBI und ihre russische Tochter AO Raiffeisenbank jedoch in Österreich klagen, ohne dass bis zu einer Summe von 2,85 ‌Milliarden Euro eine gerichtliche Strafe drohe. Da sich das Risiko für die Bank damit erheblich verringert habe, werde nun die ​Klage eingereicht.

Ziel sei es, auf die in ​Österreich wegen der EU-Sanktionen eingefrorenen ​Vermögenswerte von Rasperia zuzugreifen. Dabei handele es sich um 28,5 Millionen ‌Aktien des Baukonzerns Strabag sowie um einbehaltene Dividenden und Barausschüttungen. Der Vorstand der RBI halte ein positives Ergebnis des Verfahrens für ​sehr ​wahrscheinlich, hiess es in ⁠der Mitteilung weiter. Die Erlöse aus ​der Vollstreckung würden voraussichtlich ⁠innerhalb von sechs bis zwölf Monaten eingehen. Die russische ‌Tochter trete in dem Verfahren als Zweitklägerin auf. Für den RBI-Konzern ohne das Russland-Geschäft könnten durch den ‌Rechtsstreit im laufenden Jahr Kosten von ​bis zu 150 Millionen Euro entstehen.

(Reuters)