Reisedetailhändler - Dufry will Kapital für Übernahme aufnehmen - Finanzinvestor steigt ein

Der von der Coronavirus-Krise schwer getroffene Duty-Free-Shop-Betreiber Dufry hat die Eckwerte für eine bereits angekündigte Kapitalerhöhung vorgelegt.
10.09.2020 09:08
Duty Free-Shop der schweizer Dufry auf dem Flughafen Mailand Malpensa.
Duty Free-Shop der schweizer Dufry auf dem Flughafen Mailand Malpensa.
Bild: imago images / Rüdiger Wölk

Dufry plant eine Kapitalerhöhung von rund 500 Millionen Franken und will damit die Integration der US-Tochter Hudson finanzieren. Dazu wird der Reisedetailhändler am 6. Oktober eine ausserordentlichen Generalversammlung abhalten und die Aktionäre um Zustimmung bitten.

Das Kapital von brutto rund 500 Millionen Franken soll durch eine Bezugsrechtemission beschafft werden, wie Dufry am Donnerstag mitteilte. Das Angebot gelte in erste Linie für bestehende Aktionäre.

Alle von bestehenden Aktionären nicht erworbenen Aktien würden dann dem US-amerikanischen Private Equity Fonds Advent International angeboten, der bereits eine Zusage gemacht habe, gegebenenfalls Aktien zum Stückpreis von 28,50 Franken für insgesamt 415 Millionen Franken zu erwerben.

Der Angebotspreis wird den Angaben zufolge von Dufry zusammen mit dem am Angebot beteiligten Bankensyndikat in einem Bookbuilding-Verfahren ermittelt. Die endgültigen Bedingungen des Bezugsrechtsangebots würden zu gegebener Zeit bekanntgegeben.

Die Verpflichtung von Advent International gelte auch, wenn der im Bookbuilding-Verfahren ermittelte Angebotspreis unter 28,50 Franken liegen sollte. Sollte der Preis allerdings über den 28,50 Franken liegen, sei die Verpflichtung nichtig.

Den Entscheid, das an der US-Börse kotierte Tochterunternehmen Hudson wieder vollständig zu integrieren, gab Dufry bereits Mitte August bekannt. Der Reisedetailhändler erhofft sich dadurch erhebliche Kosteneinsparungen einerseits durch Synergien und andererseits durch eine Vereinfachung der Organisationsstruktur und betrieblicher Abläufe.

(AWP)