Die Kurse von Staatsanleihen sind am Montag erneut gefallen und haben damit an die Verluste der vergangenen Woche angeknüpft. Die Rendite der zehnjährigen Bundesobligationen stieg mit 0,7 Prozent auf den höchsten Stand seit anderthalb Jahren. Der Terminkontrakt für zehnjährige amerikanische Staatsanleihen fiel um 0,24 Prozent auf 104,61 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen US-Anleihe betrug 5,13 Prozent.

Zu Beginn der Woche haben steigende Ölpreise die Inflationserwartungen und damit die Spekulation auf höhere Zinsen angetrieben. Hinzu kommt, dass eine weiter robuste Konjunktur in den USA die Inflationssorgen verstärkt und Aussagen von US-Notenbankern auf weiter steigende Zinsen hindeuten.

«Die anhaltend restriktive Rhetorik der Fed und der Ölpreis von über 100 Dollar sind ausschlaggebend für die Abwärtsbewegung am Anleihemarkt», beschrieb Anleihen-Experte Damien McColough von der australischen Westpac Banking Corporation das Handelsgeschehen.

Die Ölpreise sind zu Beginn der Woche nach einem Rückschlag bei den Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung im Iran-Krieg deutlich gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im November wurde bei 108,26 US-Dollar gehandelt und damit fast vier Prozent höher als am Freitag. Zuletzt war ein neuer iranischer Vorschlag zur Wiedereröffnung der Strasse von Hormus bekannt geworden, den US-Präsident Donald Trump allerdings am Samstag abgelehnt hatte.

(AWP/cash)