Bei einer Auktion von US-Anleihen mit einer Laufzeit von 30 Jahren lag die Rendite am Donnerstagabend bei 5,216 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit 25 Jahren. Experten sehen in den steigenden Kosten für die hohe Staatsverschuldung zunehmend ein Problem für die US-Regierung unter Präsident Donald Trump vor den Zwischenwahlen im November.

Die vergleichsweise hohe Rendite «unterstreicht die klare Forderung der Investoren nach einer höheren Kompensation für die Finanzierung des wachsenden Defizits», schreiben Analysten der französischen Bank BNP Paribas. Für die US-Administration und Finanzminister Scott Bessent werde die Lage schwierig: «Nach Jahren erhöhter Inflation und massiver Staatsausgaben fressen sich die immensen Finanzierungskosten zunehmend durch die breitere Wirtschaft.»

In der laufenden Woche hatte bereits eine Versteigerung von Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren mit 4,683 Prozent die höchste Rendite seit der globalen Finanzkrise 2007 geliefert. Im freien Handel liegt die Rendite in der zehnjährigen Laufzeit nahezu auf dem gleichen Niveau. Sie ist damit deutlich höher als bei deutschen Bundesanleihen, die aktuell mit einer Rendite von 3,14 Prozent gehandelt werden.

Am Markt werden die vergleichsweise hohen US-Renditen vor allem auch mit der rasant steigenden Verschuldung erklärt. Seit geraumer Zeit sieht sich die US-Regierung unter Präsident Donald Trump mit einem wachsenden Defizit konfrontiert. Wie aus jüngsten Daten des US-Finanzministeriums hervorgeht, betrug das Haushaltsdefizit alleine im Monat Juli rund 432 Milliarden US-Dollar. Das ist im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Anstieg um fast 50 Prozent. Seit Beginn des Jahres summiert sich das US-Defizit auf mittlerweile knapp 1,8 Billionen Dollar.

Zudem sorgt eine Inflation, die mit 3,4 Prozent deutlich über dem Zielwert der US-Notenbank Fed von zwei Prozent liegt, für steigende Renditen bei Staatsanleihen. Zuletzt hat auch eine Intervention am Devisenmarkt, mit der die US-Notenbank Fed gemeinsam mit Japan den Yen stützte, den Renditen Auftrieb verliehen.

Der schnell wachsende Schuldenberg wird für die amerikanische Regierung immer kostspieliger. Nach Einschätzung des Analysten Yannik Mosbach vom Frankfurter Bankhaus Metzler muss das Finanzministerium in Washington rund 100 Milliarden Dollar pro Monat für Zinsen aufwenden - Tendenz steigend. Vor diesem Hintergrund sei es nur eine Frage der Zeit, bis die Schuldenthematik der USA wieder vermehrt in den Fokus der Finanzmärkte rücken dürfte.

(AWP)