Trotz steigender Wasserstände des Rheins bleibt die Binnenschifffahrt eingeschränkt. Die Frachter können nach jüngsten Regenfällen zwar ‌wieder ⁠mehr Ladung aufnehmen, sind jedoch weiterhin teilbeladen unterwegs, teilte die ⁠Wasserstrassen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) am Montag mit. Am wichtigen Nadelöhr im rheinland-pfälzischen ‌Kaub lag der massgebliche Pegelstand am Montag ‌bei etwa 72 Zentimetern. ​Am Freitag waren es noch 60 Zentimeter. Für voll beladene Schiffe ist dort ein Wert von rund 1,50 Metern erforderlich.

Mitte August war der Pegel in Kaub auf ein ‌Rekordtief von unter zehn Zentimetern gefallen und hatte damit den bisherigen Tiefststand von 25 Zentimetern aus dem Jahr 2018 unterboten. Die tatsächliche ​Wassertiefe liegt in der Fahrrinne etwa ​einen Meter über dem Pegelstand. Die ​anhaltende Trockenheit und mehrere Hitzewellen in diesem Sommer hatten das Wasser drastisch ‌sinken lassen. Für die Industrie führte dies zu höheren Transportkosten, Logistikengpässen und Produktionsdrosselungen. Fracht musste auf mehrere Schiffe verteilt oder auf ​Strasse ​und Schiene verlagert werden.

Der Rhein ⁠ist eine der wichtigsten Transportrouten für Getreide, ​Erze, Kohle und ⁠Mineralölprodukte. Für den weiteren Wochenverlauf rechnet die WSV mit ‌leicht sinkenden Pegeln. Diese dürften jedoch deutlich über den Werten von Anfang August bleiben. Ein Rohstoffhändler erklärte, ‌eine weitere Entspannung hänge von den Niederschlagsmengen in ​dieser Woche ab.

(Reuters)