Die Roche-Aktien hatten das Mehrjahreshoch bei rund 375 Franken und anschliessend das Allzeithoch bei über 400 Franken fest im Visier, doch der Ausbruch misslang - schon das zweite Mal in diesem Jahr. In vier Sitzungen fielen die Aktien des Pharma-Schwergewichts daraufhin um über 5 Prozent auf 355 Franken. Nun stehen die Valoren vor einer technischen Weichenstellung, die über die nächste Richtung entscheidet.

Zwei Gründe sind für die jüngsten Gewinnmitnahmen verantwortlich: An den US-Börsen sorgten zuletzt vor allem Tech-Werte für Schub, weshalb Anlegerinnen und Anleger defensive Sektoren mieden. Zudem enttäuschte eine Rating-Herabstufung der japanischen Tochter Chugai. Die UBS stufte Chugai von «Buy» auf «Neutral» herab, nachdem die Markteinführung von Foundayo nicht überzeugte. Gemäss der Grossbank belastet Foundayo den Aktienkurs kurzfristig.

Die Charttechnik zeigt sich nach den jüngsten Abgaben angeschlagen. Die Unterstützungszone bei 353 bis 354 Franken gilt als entscheidend. Sollten die Aktien diese Marke durchbrechen, droht ein Rückfall auf 338 bis 340 Franken. Damit wäre ein Grossteil der Jahresgewinne wieder verloren. Der nächste Widerstand bleibt das Mehrjahreshoch bei rund 375 Franken, dessen Überwindung vorerst als schwierig gilt.

Auch operativ fehlen vorerst die Treiber: Der Pharmakonzern legte im ersten Halbjahr 2026 zwar solide Ergebnisse vor und übertraf die Erwartungen von Analysten und Investoren - namentlich bei Umsatz und Kern-Ebit auf Konzernebene. In der zweiten Jahreshälfte stehen beim Basler Konzern laut Experten jedoch kaum spannende Pipeline-Daten an. Der Markt wartet vielmehr auf die mögliche US-Zulassung des Brustkrebsmittels Giredestrant.

Die Analystenschätzungen zeichnen ein gemischtes Bild. Bernstein SG empfiehlt die Valoren zum Kauf und erhöhte das Kursziel von 395 auf 434,50 Franken - das höchste Ziel im Markt. Der Bernstein-Analyst begründet seine Zuversicht mit einer verbesserten Forschungsproduktivität und verweist auf den Kapitalmarkttag im September, bei dem das Brustkrebsmittel Giredestrant im Fokus steht. Goldman Sachs rät dagegen zum Halten und hebt das Kursziel nur minimal von 348 auf 349 Franken an. Der Goldman-Experte anerkennt zwar solide Halbjahreszahlen, verweist aber auf wenige klinische Katalysatoren im zweiten Halbjahr. Zudem belaste die japanische Tochter Chugai die Stimmung.

Von 16 befragten Expertinnen und Experten empfehlen acht den Kauf, sieben das Halten und einer den Verkauf. Das ist deutlich besser als vor einem Jahr, als erst 50 Prozent der Analystinnen und Analysten eine Kaufempfehlung aussprachen, 31 Prozent zum Halten rieten und 20 Prozent zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel für die nächsten zwölf Monate liegt bei knapp 372 Franken, was einem Aufwärtspotenzial von rund 5 Prozent entspricht.

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