Das Mittel soll Menschen mit Typ-2-Diabetes und Übergewicht helfen, den Blutzucker zu senken und Gewicht zu verlieren, wie der Pharmakonzern am Dienstag mitteilte. Enicepatide gehört zu der neuartigen Klasse der GLP-1/GIP-Rezeptoren.
Bei Patienten, die die höchste Dosierung erhielten, sank der Langzeitblutzuckerwert (HbA1c) im Schnitt um 2,65 Prozentpunkte - ausgehend von einem Ausgangswert von 8,1 Prozent. Zudem verloren die Teilnehmer dieser Gruppe im Schnitt 15,5 Prozent ihres Körpergewichts.
Besonders ausgeprägt war der Effekt bei Patienten mit schlecht eingestelltem Blutzucker zu Studienbeginn. Sie wiesen : Bei ihnen sank der HbA1c-Wert um 4,13 Prozentpunkte. 90 Prozent der Teilnehmer, die die höchste Dosis erhielten, erreichten nach 48 Wochen einen HbA1c-Wert von höchstens 6,5 Prozent. 62 Prozent lagen sogar unter 5,7 Prozent und damit im normalen Bereich.
Blutzuckereffekt vergleichsweise stark
Roche selbst erklärt auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP, man ziehe keine direkten Vergleiche mit Wirkstoffen anderer Hersteller und verweist auf die Einschränkungen solcher Vergleiche zwischen unterschiedlichen Studien. Nach Angaben des Unternehmens liegen die bisher typischerweise beobachteten HbA1c-Senkungen bei vergleichbaren Ausgangswerten von 8,1 Prozent bei etwa 1,7 bis 2,4 Prozentpunkten. Roche sieht Enicepatide deshalb als Wirkstoff mit besonders grossem Potenzial für die Blutzuckerkontrolle, betont aber zugleich, dass die Ergebnisse zunächst in grösseren Phase-III-Studien bestätigt werden müssten.
Dass der Gewichtsverlust niedriger ausgefallen ist als in einer früheren Roche-Studie mit Enicepatide bei Menschen mit Übergewicht oder Adipositas ohne Typ-2-Diabetes, erklärt das Unternehmen in der Stellungnahme mit einem bekannten Unterschied zwischen den Patientengruppen: «Menschen mit Typ-2-Diabetes verlieren unter diesen Therapien in der Regel weniger Gewicht als Menschen ohne Diabetes.»
Gleichzeitig hebt Roche hervor, dass ein Gewichtsverlust von 15,5 Prozent bei Menschen mit Typ-2-Diabetes in anderen Studien häufig erst nach 72 Wochen oder später erreicht werde. Besonders bemerkenswert sei zudem, dass die Gewichtskurve nach 48 Wochen noch keinen Stillstand gezeigt habe. "Ob daraus tatsächlich ein weiterer Gewichtsverlust folgt, lasse sich allerdings erst nach Phase-III-Studien klären.
Kaum Studienabbrüche
Das Sicherheitsprofil von Enicepatide entsprach laut Roche jenem anderer Medikamente aus der gleichen Wirkstoffklasse. Unerwünschte Wirkungen waren überwiegend leichte bis mittelschwere Magen-Darm-Beschwerden, und nur 2 Prozent der Teilnehmer in den Enicepatide-Gruppen brachen die Behandlung deshalb ab.
Enicepatide ist noch nicht zugelassen. Roche plant, ab der ersten Hälfte 2027 Phase-III-Studien zur Blutzuckerkontrolle sowie zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu starten. Zwei laufende Phase-III-Studien zur Gewichtsreduktion sind bereits im Gang.
(AWP)

