Die Partizipationsscheine (PS) von Roche sinken im frühen Handel am Donnerstag um 1 Prozent auf 388 Franken. Die Zahlen zum dritten Quartal, die am Morgen veröffentlicht wurde, waren in etwa wie von Analysten erwartet ausgefallen. Auch der Ausblick wurde vom Pharmariesen bestätigt.
Händler hatten aber bereits im Vorfeld vor möglichen Gewinnmitnahmen gewarnt, sollte Roche nach dem zuletzt starken Kursplus mit seinem Ergebnis nicht klar positiv überraschen. Die Roche-PS haben in dne letzten vier Wochen mehr als 10 Prozent zugelegt. Erst am Vortag wurde ein neues Mehrjahreshoch markiert. Seit Jahresbeginn steht ein Kursplus von knapp 18 Prozent zu Buche.
Bei Roche hat im drittgen Quartal der Gegenwind von Währungsseite nach neun Monaten etwas nachgelassen. Dabei sorgte vor allem das dritte Quartal mit einem schwächeren Franken für Entlastung. Für das Gesamtjahr bestätigte der Pharmakonzern am Donnerstag seine bisherigen Ziele.
So setzte Roche zwischen Januar und September 46,5 Milliarden Franken um. In der Berichtswährung Schweizer Franken ergab sich ein Plus von 1 Prozent, wie Roche am Donnerstag mitteilte. Zu konstanten Wechselkursen lag das Plus bei 6 Prozent. Damit hat der Konzern die eigene Zielsetzung erfüllt, die konstante Wechselkurse zugrunde legt.
Nachdem Roche im ersten und zweiten Quartal zum Teil noch unter dem starken Franken gelitten hatte, sorgte dessen Abwertung im dritten Quartal für etwas Rückenwind, was Analysten im Schnitt auch so erwartet hatten. Wie Roche selbst mitteilt, fielen die Währungseffekte im dritten Quartal mit +1 Prozent leicht positiv aus, nachdem sie im ersten Quartal mit -11 Prozent und im zweiten dann mit -4 Prozent noch klar belastet hatten.
Von den beiden Geschäftsbereichen setzte die grössere Pharmasparte in den ersten drei Quartalen 36,2 Milliarden Franken um, ein Anstieg um 2 Prozent. Dabei erzielten die fünf wichtigsten Wachstumstreiber Xolair, Hemlibra, Ocrevus, Phesgo und Vabysmo zusammen Verkäufe in Höhe von 16,8 Milliarden (+12%). Die Verkäufe von Produkten mit abgelaufenen Patenten (Avastin, Herceptin, MabThera/Rituxan, Lucentis und Actemra/RoActemra) gingen insgesamt um 0,6 Milliarden zurück.
Roche-Umsatz «kosmetisch» über den Erwartungen
Im Diagnostik-Geschäft nahm Roche 10,3 Milliarden ein, was dem Vorjahreswert entsprach. Damit hat sich der belastende Effekt der Preisreform in China merklich abgeschwächt. Roche hatte wiederholt betont, dass die Belastung im weiteren Jahresverlauf nachlassen sollte. Zum Vergleich: Im ersten Quartal waren die Einnahmen noch um 7 Prozent gefallen, im ersten Halbjahr dann um 3 Prozent. Gewinnzahlen legt Roche traditionell zu den ungeraden Quartalen nicht vor. Mit den ausgewiesenen Zahlen hat Roche die Analystenschätzungen grösstenteils übertroffen.
Von einem Umsatz «kosmetisch» über den Erwartungen spricht Jefferies in einem Kommentar. Beim Blick auf die beiden Sparten habe Pharma recht ordentlich über dem Konsens gelegen, Diagnostics eher wie erwartet abgeschnitten. Die Experten legen zudem bereits den Fokus auf die Entwicklung im kommenden Jahr - hier sei es schwierig, ein höheres Umsatzwachstum zu erwarten.
Die leicht über dem Konsens ausgefallenen Umsätze in der Pharmasparte begründen die Analysten von JPMorgan mit einem einmaligen Lagereffekt im Zusammenhang mit der Einführung eines neuen ERP-Systems in Japan.
Etwas zuversichtlicher klingt es bei ZKB und Vontobel. Roche könne auf der soliden Basis die kommenden Monate mit vielversprechenden Launches in Angriff nehmen, schreibt beispielsweise die ZKB. Auch weitere Pipeline-Nachrichten könnten Treiber sein. Vontobel wertet die Umsatzzahlen als stark und erhofft sich weitere Details aus der laufenden Analystenkonferenz, besonders mit Blick auf die anstehende Zulassung von Giredestrant bei Brustkrebs oder für Gazyva. Auch Kommentare zu den jüngsten Fenebrutinib-Daten, die auf dem MS-Kongress in Toronto präsentiert wurden, seien willkommen.
Für den weiteren Geschäftsverlauf bestätigt das Management um CEO Thomas Schinecker die bisherige Guidance. Zu konstanten Wechselkursen sollen die Umsätze im mittleren einstelligen Prozentbereich ansteigen. Der Kerngewinn je Titel soll im hohen einstelligen Prozentbereich wachsen. Ausserdem ist die Gruppe weiter bestrebt, die Dividende in Schweizer Franken zu erhöhen.
(AWP/cash)
