Der Wirkstoff Emugrobart (GYM329) wurde von Roche für die Behandlung von Adipositas entwickelt. Die Rechte an dem Wirkstoff gehen damit zurück an Chugai, wie das japanische Unternehmen am Montag mitteilte.
Emugrobart ist ein Antikörper, der auf das körpereigene Protein Myostatin abzielt. Der Wirkstoff wird unter die Haut gespritzt und wurde von Roche ursprünglich für verschiedene Erkrankungen entwickelt, darunter die spinale Muskelatrophie (SMA) und die fazioskapulohumerale Muskeldystrophie (FSHD).
Roche hatte Emugrobart zuletzt auch als möglichen Baustein einer neuen Therapie gegen Adipositas untersucht. In der laufenden Phase-II-Studie GYMINDA wurde der Wirkstoff in Kombination mit sogenannten GLP-1/GIP-Rezeptoragonisten getestet. Diese Wirkstoffklasse wird bereits zur Behandlung von Übergewicht und Adipositas eingesetzt.
Nach einer Zwischenanalyse der Studiendaten kommt Chugai nun zu dem Schluss, dass die vorab festgelegten Ziele für einen klinisch bedeutsamen zusätzlichen Gewichtsverlust voraussichtlich nicht erreicht werden können. Deshalb wird die Entwicklung für diesen Anwendungsbereich beendet.
Roche schon im März ausgestiegen
Die heutige Entscheidung steht im Zusammenhang mit einer bereits im März 2026 getroffenen Entscheidung von Roche. Damals hatte Roche die klinische Entwicklung von Emugrobart für SMA und FSHD eingestellt.
Chugai will den Wirkstoff nun jedoch erneut für spinale Muskelatrophie (SMA) untersuchen. Nach Angaben des Unternehmens sprechen unter anderem die bisher beobachteten Sicherheitsdaten, die Wirkung auf biologische Prozesse im Körper sowie klinische Signale und längerfristige Beobachtungen dafür, die Entwicklung noch einmal aufzugreifen.
Besonders die Möglichkeit einer subkutanen Anwendung könnte dabei eine Rolle spielen. Chugai bereitet deshalb eine mögliche Phase-III-Studie bei SMA vor. Gleichzeitig prüft das Unternehmen, ob der Wirkstoff für die weitere Entwicklung an einen anderen Partner auslizenziert werden könnte.
(AWP)

