Die Partizipationsscheine von Roche steigen im frühen Handel um 1,25 Prozent auf 357,10 Franken, während der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Market Index (SMI) um 1,0 Prozent anzieht. Seit Jahresbeginn haben die Roche-Valoren um 8,4 Prozent zugelegt. 

Auslöser für den Kursanstieg ist eine Meldung, wonach die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA das Medikament Tecentriq plus Chemotherapie bei bestimmten Darmkrebsarten zugelassen hatte. Zudem gab der Basler Pharmakonzern vor zwei Tagen bekannt, dass der Roche-Partner Zealand Pharma positive Ergebnisse mit Petrelintide bei Menschen mit Übergewicht erzielte. Die Phase-2-Studie «Zupreme-2» habe ihren primären Endpunkt erreicht. 

Nun wird Petrelintide in einem kürzlich gestarteten Phase-3-Programm untersucht. Zealand Pharma habe mit dem Basler Pharmakonzern ein Phase-3a-Programm lanciert, das aus den drei Studien «Zupreme-3», «Zupreme-4» und «Zupreme-5» bestehe. Urban Fritsche, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank, zeigt sich optimistisch. Petrelintide ist ein wichtiger Bestandteil der Roche-Adipositas-Franchise, schrieb der Experte am Mittwoch. Die «Zupreme-2» erachtet er als solide, weil Petrelintide wirke anders - sprich schneller satt versus konstant weniger Hunger als die GLP‑1‑Wirkstoffe von Novo Nordisk oder Eli Lilly.

Der ZKB-Experte, welcher Roche mit Übergewichten einstuft, erwartet für Petrelintide im Geschäftsjahr 2033 zwar nur einen Umsatz von 874 Millionen Franken gegenüber einem Konsens von 2,2 Milliarden Franken. Für die ganze Adipositas-Franchise rechnet er im Geschäftsjahr 2033 mit 5,5 Milliarden Franken. Das ist ein deutlich höherer Umsatz als der Konsens mit 4,6 Milliarden Franken. Der Adipositas-Markt dürfte im laufenden Jahr gegen 100 Milliarden Dollar gross werden.

Insgesamt trauen die Analysten Roche weiter steigende Kurse zu. Das durchschnittliche Kursziel liegt gemäss AWP-Analyser bei 375 Franken bei elf Empfehlungen «Kaufen», sieben «Halten» und einmal «Verkaufen».  

Dabei ruft Bernstein SG mit 434,50 Franken eines der höchsten Kursziele auf. Angesichts der verbesserten Produktivität in der Forschung könnte der im September geplante Kapitalmarkttag das Sentiment den Valoren gegenüber aufhellen, schrieb der zuständige Analyst Ende August. Dabei dürfte es schwerpunktmässig stark um die Markteinführung des Brustkrebsmittels Giredestrant im kommenden Jahr gehen. Die Erwartungen hieran seien eher tief, während Roche selbst davon ausgeht, dass es eines seiner umsatzstärksten Medikamente werden könnte, argumentierte der Experte von Bernstein SG. 

Nebst den positiven Neuigkeiten dürften viele Investierende aufatmen, weil die Roche-Titel in jüngster Zeit ihre defensiven Eigenschaften wieder besser ausspielen können. Auf einen Zeithorizont von einem Jahr zeigt die Aktie eine gute Widerstandsfähigkeit gegenüber Marktturbulenzen, wie der Marketscreener errechnet hatte. 

Ferner ist es Roche gelungen, gerade im Adipositas-Bereich positive Forschungsergebnisse zu präsentieren. Trotz einzelnen Rückschlägen geht die Rechnung für die Inhaber der Partizipationsscheine in diesem Jahr auf. Das bestätigen auch die höheren Kursziele der Analysten. Im Durchschnitt liegt dieses 10 Prozent höher als vor drei Monaten. 

Thomas Daniel Marti
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