Rückversicherungen - Swiss Re weist tieferes ökonomische Eigenkapital aus

Der Rückversicherer Swiss Re weist auf Basis des firmeneigenen Bewertungssystems Economic Value Management (EVM) für 2018 einen Verlust aus.
14.03.2019 07:44
Bürotürme in der Londoner City, rechts der von der Swiss Re erbaute «Gherkin».
Bürotürme in der Londoner City, rechts der von der Swiss Re erbaute «Gherkin».
Bild: Pixabay

Grund sind die erneut hohen Naturkatastrophenschäden. Konzernchef Christian Mumenthaler hat derweil im letzten Jahr etwas mehr verdient und Präsident Walter Kielholz soll im Amt bestätigt werden. Der EVM-Verlust betrug laut Mitteilung vom Donnerstag 693 Millionen US-Dollar nach einem Minus im Vorjahr in Höhe von 9 Millionen. Das EVM-Modell misst Vermögenswerte und Verbindlichkeiten auf einer marktnahen Basis und dient der Steuerung des Geschäfts. Auch die Vergütungen des Managements richten sich danach.

Die Rechnung belastet haben laut Swiss Re nebst ungünstigen Entwicklungen an den Finanzmärkten erneut verheerende Naturkatastrophen. Nach einem relativ günstigen Schadenverlauf im ersten Semester verwüsteten im zweiten Halbjahr die Wirbelstürme "Florence" und "Michael" weite Teile an der US-Ostküste. In Japan wüteten die Taifune "Jebi" und "Trami". Swiss Re musste Katastrophenschäden von 3 Milliarden Dollar schultern.

Tieferes ökonomische Kapital

Das ökonomische Eigenkapital (Economic Net Worth, ENW) sank zum Jahresende auf 36,0 Milliarden Dollar nach einem Wert von 37,7 Milliarden im Jahr davor. Auf das Kapital gedrückt hätten die Dividenden und Aktienrückkaufprogramme im Wert von insgesamt 2,9 Milliarden sowie die Auswirkungen ungünstiger Wechselkursentwicklungen. Auf der Gegenseite habe der Gesamtbeitrag zum ökonomischen Eigenkapital von 2,2 Milliarden die negativen Effekte teilweise ausgeglichen.

Je Aktie erhöhte sich das ökonomische Eigenkapital auf 119,96 Dollar von zuvor 119,74 Dollar. In Franken rückte die Kennzahl auf 118,20 von 116,67 Franken vor. Das Wachstum des Kapitals habe mit 4,4 Prozent das über den Versicherungszyklus angestrebte Ziel von 10 Prozent im vergangenen Jahr verfehlt, so die Mitteilung.

Gemessen am Swiss Solvency Test (SST) kann sich Swiss Re auf ein dickes Kapitalpolster stützen. Die SST-Quote liege mit 251 Prozent klar über dem Zielwert von 220 Prozent, hiess es. Allerdings sank sie im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozentpunkte, was Swiss Re mit den Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufen begründet.

Chef verdient etwas mehr

Im Geschäftsbericht weist Swiss Re auch die an das Management gezahlten Vergütungen aus. Insgesamt erhielt Christian Mumenthaler für 2018 ein Salär in Höhe von 5,81 Millionen Franken, nach 5,23 Millionen im Jahr davor. Der langjährige Verwaltungsratspräsident Walter Kielholz erhielt 3,88 Millionen nach 4,17 Millionen.

Weiter hat Swiss Re auch noch die Einladung zur Generalversammlung vom 17. April versendet. Wie bereits bekannt, schlägt der Verwaltungsrat die Ausschüttung einer Dividende von 5,60 Franken je Aktie vor. Das sind 60 Rappen mehr als im letzten Jahr.

Ausserdem hat die Gruppe ein neues milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm aufgelegt. In einer ersten Tranche sollen Aktien im Wert von bis zu 1 Milliarde Franken zurückgekauft werden, was kurz nach der GV beginnen soll. Danach könnte eine zweite Tranche von ebenfalls bis zu 1 Milliarde folgen, je nachdem wie hoch das Überschusskapital sein wird. Dies sei unter anderem abhängig davon, ob die Tochter Reassure an die Börse gebracht wird.

Nun ist auch klar, dass Präsident Walter Kielholz zumindest für ein weiteres Jahr an der Spitze des Konzerns bleiben möchte. Der Verwaltungsrat schlägt ihn der Generalversammlung zur Wiederwahl vor.

(AWP)