Der geldpolitische Schlüsselsatz verharrt bei 14,0 Prozent, wie die Zentralbank am Freitag in Moskau mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten damit gerechnet. Die Zentralbank hatte die Zinsen auch im September nicht angetastet – und dies nach einer Reihe von Senkungen seit Juni 2025. Mit der erneuten Pause schiebt die Notenbank eine Lockerung auf die lange Bank, mit der die nahezu stagnierende Konjunktur im fünften Jahr des Waffengangs gegen die Ukraine belebt werden könnte. Doch muss sie nicht nur die Wirtschaftsflaute im Auge halten, sondern auch den Preisauftrieb in Schach halten.
«Der aktuelle Preisdruck bleibt hoch. Die Inflationserwartungen verharren auf einem hohen Niveau», konstatierte die Notenbank. In ihrem Basisszenario geht sie davon aus, dass der Leitzins noch sinken wird. Für 2027 veranschlagt sie im Durchschnitt ein Niveau von 12,5 bis 13,5 Prozent. Zugleich soll die Inflation im kommenden Jahr wieder 4,0 Prozent erreichen und auch in der Folgezeit auf diesem Zielwert der Zentralbank verharren. Für 2026 erhöhte sie ihre Inflationsprognose auf 7,1 bis 7,6 Prozent.
Die Inflationsrate lag nach Regierungsangaben zuletzt bei 7,22 Prozent, nach einer Teuerungsrate von 6,35 Prozent im September. Dieser Anstieg sei auf Tariferhöhungen für Versorgungsleistungen zurückzuführen. Als weiterer Grund für den Inflationsschub gelten ukrainische Drohnenangriffe, die zu Engpässen und Preissteigerungen beim Sprit führten. Seit Beginn des Jahres haben sich Benzin um 21 Prozent und Diesel um 13,4 Prozent verteuert. Ukrainische Drohnenangriffe, von der Zentralbank als «Einmaleffekte» bezeichnet, haben in Russland zahlreiche Raffinerien getroffen und zu Warteschlangen an Tankstellen geführt.
(Reuters)

