Wenn europäische Länder damit begännen, russische ⁠Schiffe zu beschlagnahmen, werde man in gleicher Weise reagieren, sagte Präsident Wladimir Putin ‌am Mittwoch bei einem Marinemanöver. Ein ‌solches Vorgehen des Westens sei ​nichts anderes als Piraterie und Raub.

Russlands Reaktion müsse nicht zwingend in den Gewässern erfolgen, in denen russische Schiffe ins Visier genommen würden, sondern dort, wo Russland es ‌für angemessen halte. Der Kommandeur der russischen Pazifikflotte, Viktor Liina, erklärte, man sei bereit, ausländische Schiffe zu inspizieren und festzusetzen.

Hintergrund der ​Äusserungen ist der wachsende Druck der Europäischen Union (EU) ​auf die sogenannte russische Schattenflotte. Die ​EU hatte zuletzt ihre Sanktionen gegen Hunderte Schiffe ausgeweitet und einige ‌von ihnen für Kontrollen festgesetzt. Einige europäische Regierungen prüfen zudem ein härteres Vorgehen gegen Schiffe, die im Verdacht stehen, Sanktionen zu ​umgehen.

Flottenkommandeur ​Liina warf Staaten wie ⁠Grossbritannien und Frankreich vor, selbst eine ​Art Schattenflotte zu ⁠betreiben, indem sie Schiffe unter den Flaggen von Drittstaaten nutzten. Man ‌kenne die Routen und die Ladung im asiatisch-pazifischen Raum genau.

Putin warf der Nato zudem ‌vor, durch eine zunehmende Präsenz im asiatisch-pazifischen Raum ​und in der Arktis das Konfliktpotenzial zu erhöhen und Russland zu bedrohen.

(Reuters)