Die Aktie von U-Blox sinkt im frühen Handel an der Schweizer Börse bis 8 Prozent auf 110 Franken. Der Titel des SMI-Mitglieds Sika fällt über 4 Prozent auf 230 Franken.

Beide Unternehmen haben am Morgen erste definitive Zahlen für das Geschäftsjahr 2022 veröffentlicht. Beide Unternehmen erzielten beim Umsatz Rekordergebnisse. Dabei haben die vorgelegten Zahlen bei Sika die Umsatzerwartungen knapp verfehlt. Vor allem aber hat der Bauchemiehersteller seine Aussagen zur Gewinnentwicklung etwas zurückbuchstabiert.

Insbesondere die Wachstumsbeiträge aus den Regionen Americas und Asia/Pacific hätten enttäuscht, so der Tenor am Markt. Mehr als nur ein Haar in der Suppe ist im Urteil der Experten indes das etwas vorsichtigere Gewinnziel für das vergangene Jahr. Für das Geschäftsjahr 2022 rechnet Sika nun mit einer EBIT-Marge von 15 Prozent, also einer im Vergleich zum Vorjahr flachen Margenentwicklung. Denn bisher ging das Unternehmen von einem überproportionalen EBIT-Wachstum aus.

Der Halbleiter-Spezialist U-Blox hat in seinem zurückliegenden Geschäftsjahr den Umsatz um gut die Hälfte auf einen neuen Rekordwert von 624 Millionen Franken gesteigert. 2023 soll die Wachstumsrate aber wieder auf den langfristigen Durchschnittswert zurückkommen. Damit ist die Firma ziemlich genau in der Mitte der eigenen Umsatzwachstumsziele von 46 bis 54 Prozent gelandet und hat auch die Erwartungen der Analysten im AWP-Konsens erfüllt.

Vor allem der vergleichsweise geringe Umsatzzuwachs im vierten Quartal und der verhaltene Ausblick wurden von den Analysten negativ bewertet. So kündigte der neue U-Blox-Chef Stephan Zizala zwar auch für das laufende Geschäftsjahr weiterhin steigende Umsätze an. Die Wachstumsrate werde aber auf das Niveau der historischen Durchschnittsrate zurückkommen. Laut Stifel lag der Durchschnitt die letzten zehn Jahre niedrig bis mittel zweistellig, wobei die Jahre 2019 bis 2021 schwächer waren.

ZKB-Analyst Harald Eggeling geht aufgrund einer Marktabschwächung, der Kosteninflation und der hohen Vergleichsbasis sogar von einem Umsatzrückgang im laufenden Geschäftsjahr aus. Erst 2024 werde U-Blox wieder zum Wachstum zurückkehren. Auch UBS-Analyst Francois-Xavier Bouvignies hob die Verlangsamung des Umsatzwachstums im vierten Quartal negativ hervor. Ferner könne die Nichtanhebung der Prognosen als enttäuschend angesehen werden. Negativ würden sich zudem die pessimistischen Prognosen von Mitbewerbern für das laufende Geschäftsjahr auswirken.

(cash/AWP)