Schwache Finanztitel - Der Frust der Bankaktionäre wächst

Nach einer kräftigen Kurserholung im Januar und Februar sind Bankaktien wieder auf dem Rückzug. Auch bei der UBS und der Credit Suisse sind die Anleger zusehends frustriert.
25.03.2019 08:58
Von Lorenz Burkhalter
Konzernzentralen von UBS und Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich.
Konzernzentralen von UBS und Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich.
Bild: cash

Am Freitag gerieten die Bankaktien rund um den Globus kräftig unter Druck. Der Grund: Sorgen um die zukünftige Wirtschaftsentwicklung. Eine schwache Konjunktur trifft die Banken nämlich gleich in doppelter Hinsicht. Zum einen steigt das Risiko, dass Unternehmen ihre Kredite nicht mehr bedienen oder zurückzahlen können. Zum anderen spricht eine schwache Konjunktur für tiefere Zinsen. Das wiederum drückt bei den Banken auf die Zinsmargen.

Auch in der Schweiz konnten sich die Bankaktien dem Verkaufsdruck nicht entziehen. So hat die Aktie der Credit Suisse alleine seit dem vergangenen Dienstag gut 8 Prozent eingebüsst. Mit einem Minus von 6 Prozent kam jene der UBS noch vergleichsweise gut davon. Das ändert allerdings nichts daran, dass die Aktien der beiden Schweizer Grossbanken im Jahresvergleich beide ziemlich genau 30 Prozent verloren haben.

Millionen-Saläre trotz schwacher Aktienkursentwicklung

Die Anleger sind der schwachen Kursentwicklung bei den europäischen Bankaktien leid, schreiben die Analysten der Berenberg Bank, bezugnehmend auf Reaktionen der eigenen Grosskunden. Es mache sich Frustration bemerkbar.

Dass sich UBS-Chef Sergio Ermotti und sein Widersacher Tidjane Thiam bei der Credit Suisse für 2018 trotz schwacher Aktienkursentwicklung Millionen-Saläre auszahlen lassen, ist sicherlich auch nicht gerade hilfreich. Thiam gilt gar als einer der bestbezahlten Bankenchefs in ganz Europa (cash berichtete).

Im 12-Monats-Vergleich schneiden die Aktien von UBS (grün) und CS (rot) deutlich schlechter als der SMI (gelb) ab (Quelle: www.cash.ch)

Mittlerweile liegt das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Basis der diesjährigen Schätzungen gerademal noch bei 8. So günstig waren europäische Bankaktien schon eine ganze Weile nicht mehr zu haben.

Das kommt jedoch nicht von ungefähr. Weitere Leitzinserhöhungen durch die US-Notenbank sind für dieses Jahr wohl endgültig vom Tisch. Zudem kürzte die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Wachstums- und Teuerungsprognosen kürzlich drastisch. Mit anderen Worten: Der Druck auf die Zinsmargen könnte bei den Banken wieder zunehmen.

Berenberg Bank zieht UBS-Aktie jener der Credit Suisse vor

Interessant ist, dass den Grosskunden der Berenberg Bank nicht nur die Lust auf europäische Bankaktien abhanden gekommen ist. Den Analysten zufolge ist auch die Lust, bei Bankaktien mittels von Leerverkäufen auf rückläufige Kurse zu spekulieren, äusserst gering.

In der Schweiz empfiehlt die Berenberg Bank die Aktie der UBS mit einem Kursziel von 17 Franken zum Kauf. Zu den Favoriten zählt sie die grösste Schweizer Bank jedoch nicht. Jene der Credit Suisse stufte die Berenberg Bank bis vor wenigen Wochen noch mit "Sell" ein, erhöhte das Anlageurteil dann aber auf "Hold". Das Kursziel liegt bei 12,50 Franken.

Damit befindet sich die Berenberg Bank in guter Gesellschaft. Wie Statistiken der Nachrichtenagentur AWP zu entnehmen ist, schätzen acht weitere Banken die CS-Aktie neutral ein. Bei der UBS-Aktie hingegen raten neben der Berenberg Bank nicht weniger als 13 weitere Banken zum Einstieg.

Ausgewählte Produkte auf CS Group

Symbol Typ Coupon PDF
MAGRJB Callable Multi Barrier Reverse Convertible 12.75% PDF
MBMKJB Callable Multi Barrier Reverse Convertible 9.75% PDF
MBUKJB Callable Multi Barrier Reverse Convertible 9.13% PDF

Investment-Ideen von Julius Bär