Die Aktie des Baustoffkonzerns Holcim ist in dieser Woche 3,5 Prozent gefallen. Sie ist damit zweitschlechtester Titel im Swiss Market Index, der seinerseits seit Montag 1,8 Prozent nachgegeben hat.
Damit setzt sich der Kursverfall der Holcim-Aktie fort. Nach dem Rückgang der letzten Monate und einem Kurs von knapp 65 Franken notiert Holcim wieder auf dem Niveau von Ende März. Zu Jahresbeginn hatte die Aktie mit knapp über 80 Franken noch ein Allzeithoch erreicht.
Der Rückgang an der Börse darf nicht erstaunen - allein wenn man die Konkurrenten von Holcim betrachtet, die an der Börse noch ärger unter die Räder kamen. Die Aktie von CRH, dem irischen Baustoffkonzern mit Notierung an der New York Stock Exchange, hat sich seit Jahresbeginn im Wert fast halbiert. Heidelberg Materials hat an der Börse seit Ende Januar 40 Prozent eingebüsst - und bei Amrize, der US-Abspaltung von Holcim, beträgt die Kurseinbusse seit Ende Februar 44 Prozent.
Da die Zementproduktion energieintensiv ist, leiden die Unternehmen unter den gestiegenen Öl- und Energiepreisen. Dazu kommt das erhöhte Zinsumfeld, das die Finanzierungskosten für den privaten Wohnungsbau erhöht. Generell sind höhere Zinsen für zyklische Aktien nicht gedeihlich. Sie lösen bei Anlegern oft eine Sektorenrotation aus.
Dabei läuft es Holcim operativ gut. Das Unternehmen hat im ersten Halbjahr in allen Weltregionen aus eigener Kraft deutlich zugelegt. Die Zahlen übertrafen selbst die höchsten Analystenerwartungen. Aufgrund der Ergebnisse wurde die Prognose für das Gesamtjahr 2026 bereits Ende Juli erhöht, statt wie üblicherweise erst im dritten Quartal.
Holcim-Dividendenrendite erreicht fast 3 Prozent
Neu erwartet Holcim ein Umsatzwachstum von rund 5 Prozent nach bisher 3 bis 5 Prozent. Der Betriebsgewinn soll gleichzeitig um rund 10 Prozent zulegen. Bisher hatte Holcim ein Plus von rund 8 bis 10 Prozent ausgegeben.
Über diese verbesserten Prognosen sieht der Markt aber vorerst weg. Verkaufen sollten die Anleger die Holcim-Aktie keineswegs, allein schon wegen der Dividendenrendite, die fast 3 Prozent erreicht. Mit Neu- oder Zukäufen sollte man derzeit wegen der Rahmenbedingungen aber zuwarten.
Am schlechtesten abgeschnitten hat im Swiss Market Index diese Woche die Aktie der UBS, sie hat rund 4 Prozent verloren. Die Eigenkapitaldebatte im Parlament setzt der Aktie weiter zu. Mit knapp 39 Franken liegt sie wieder auf dem Stand von Mitte Juni.
Nur drei Aktien liegen diese Woche im SMI im Plus: Richemont, ABB und Logitech haben je rund 1,8 Prozent dazugewonnen. Am breiten Markt (Swiss Performance Index) liegt Infomaniak mit einem Gewinn von 56 Prozent an der Spitze. Das Unternehmen war erst am Donnerstag an der Börse gestartet. Am anderen Ende liegen die Titel von Gurit und Curatis (je minus 15 Prozent) sowie die Aktie von Newron, die eine Wochenbilanz von minus 23 Prozent aufweist.

