Am Freitag gingen die Titel von Lonza um 0,03 Prozent fester bei 604,00 Franken und damit bei der höchsten Schlussnotiz seit Februar 2025 aus dem Handel.

Dank des geringfügigen Zuwachses setzten die Aktien des Basler Pharmazulieferers ihren jüngsten Höhenflug zwar fort, jedoch in deutlich vermindertem Tempo. Denn am Donnerstag der vergangenen Woche zogen die Valoren um 3,14 Prozent an, nachdem sie sich am Mittwoch schon um 3,35 Prozent verbessert hatten.

Gründe für das rege Investoreninteresse an Lonza lagen einerseits im Marktumfeld, das von Spannungen im Nahen Osten, hohen Energiepreisen und Zinssorgen durchzogen gewesen ist. Die Anlegerinnen und Anleger verlagerten sich daher vom Technologiesektor hin zu defensiven Branchen wie Lebensmittel und Gesundheit.

Andererseits versetzte das Lonza-Management um CEO Wolfgang Wienand die Investoren am vergangenen Mittwoch selbst in Kauflaune. Beim Kapitalmarkttag wurde der Ausblick für das Gesamtjahr 2026 bestätigt, womit weiterhin ein Umsatzwachstum von 11 bis 12 Prozent sowie eine Ebitda-Marge von 33 bis 34 Prozent angepeilt werden.

Derweil hat Lonza die mittelfristigen Ziele nach oben angepasst. Bei einem 10- bis 13-prozentigen organischen Wachstum soll die Ebitda-Marge auf mittlere Sicht im hohen Dreissigerbereich, also zwischen 37 und 39 Prozent, liegen. Der Analystenkonsens veranschlagte bisher 35,7 Prozent.

Gleich mehrere Analysten haben nun ihre Kursziele für die Lonza-Anteilsscheine hochgeschraubt. Beispielsweise ging die Deutsche Bank von 697,00 auf 715,00 Franken und hielt an der Kaufempfehlung fest. Morgan Stanley erhöhte von 650 auf 675 Franken, bei unverändertem «Overweight»-Rating. Aktuell steht das durchschnittliche Preisziel bei 692,28 Franken - 14,62 Prozent über dem Schlusswert vom Freitag. 18 von 19 Anlageurteilen lauten «Kaufen», eines steht auf «Halten». Verkaufsempfehlungen gibt es derzeit keine.

Gemessen an diesen Prognosen sind die Chancen auf weiter steigende Kurse der Lonza-Valoren intakt. Ein Selbstläufer sind die Titel dennoch nicht. Das hat die rasch verpuffte Euphorie zum Ausklang der letzten Woche gezeigt; und besonders auch längerfristig haben sich die Titel mehr oder weniger bloss seitwärts bewegt. Seit dem Zwischenstand bei 613,00 Franken von Anfang Februar 2025 sind sie sogar um 1,5 Prozent gesunken, während der Swiss Market Index im gleichen Zeitraum um 14,4 Prozent vorgerückt ist.

Zum Start der neuen Börsenwoche wird sich zeigen, welche Richtung die Aktien des Pharmazulieferers einschlagen - ob sie sich auf die nach oben weisenden Expertenprognosen zubewegen können oder nun wieder ins Hintertreffen geraten.

Reto Zanettin
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