Die Schwergewichte Roche, Novartis und Nestlé schliessen die Woche besser ab als der Swiss Market Index (SMI). Roche und Nestlé führen die Wochenrangliste am Freitag an, mit Gewinnen von 2,0 beziehungsweise 1,6 Prozent. Novartis hat seit Montag 1,2 Prozent hinzugewonnen. Somit stehen die defensiven Schwergewichte gegenüber den konjunktursensitiven SMI-Titeln einmal mehr besser da. Diese mussten seit vergangenem Freitag deutliche Verluste einstecken.

Roche legt positive Daten vor

Die Partizipationsscheine von Roche stiegen Ende August auf ein Mehrjahreshoch und konnten sich bisher knapp unter diesem Niveau halten. Am Freitag stehen die Titel bei 357 Franken. Grund für den Kursanstieg – seit Jahresbeginn gewannen die Roche-Titel 7,5 Prozent – waren unter anderem Forschungserfolge und Zulassungen neuer Medikamente.

Zealand Pharma, Roche-Partner aus Dänemark, legte am Mittwoch positive Studiendaten vor für Petrelintide bei Menschen mit Übergewicht. Nun lanciert Zealand mit dem Basler Pharmakonzern die nächste Studienphase. Zum Abschluss der Handelswoche sorgte zudem die Zulassung des Krebsmedikaments Tecentriq durch die US-Arzneimittelbehörde FDA für einen weiteren Kursschub.

Die Kursziele für Roche liegen laut AWP-Analyser zwischen 230 und 434,50 Franken. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 375,58 Franken und somit ziemlich genau beim Mehrjahreshoch von Ende August. Zehn Analysten sind für einen Kauf, sieben stufen die Valoren neutral ein. Zudem gibt es ein «Sell»-Rating.

Novartis muss Kurssturz ausbügeln

Beim zweiten Pharma-Schwergewicht sieht die Kursentwicklung seit Jahresbeginn ähnlich aus wie bei Roche. Novartis haben über den Zeitraum 7,4 Prozent dazugewonnen und liegen zum Ende der aktuellen Handelswoche bei 118,58 Franken. Die Titel des Basler Pharmakonzerns notieren aber immer noch unter dem Niveau, auf dem sie vor dem Kurssturz Anfang September lagen. Damals erschütterten zwei Studienrückschläge die Aktie – sie sank innerhalb einer Woche um über zehn Prozent. Damals wurden auch Stimmen zu einem Führungswechsel laut.

Auch Novartis tönte diese Woche an, an einer Konferenz Ende Oktober neue Daten zu Multiple-Sklerose-Medikamenten vorzustellen. Für den positiven Wochenkurs dürfte zudem ebenfalls eine Zulassung durch die US-Arzneimittelbehörde gewesen sein: Der Basler Pharmakonzern darf das Mittel Rhapsido (Remibrutinib) in den USA neu gegen weitere Erkrankungen einsetzen.

Laut AWP-Analyser stufen 13 Analysten die Aktie neutral ein. Sechs Analysten sind für «Buy», zwei für «Sell». Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 125,04 Franken sowie in einer Gesamt-Range von 95 bis 150 Franken.

Nestlé löst sich von Mehr-Monate-Tief

Nestlé liegen am Freitagmittag bei 75,86 Franken. Seit Jahresbeginn hat sich ein Minus von 3,5 Prozent ergeben. Seit Anfang Oktober verzeichnen die Titel des Nahrungsmittelkonzerns eine wieder positive Entwicklung und lösen sich allmählich vom Mehr-Monate-Tief.

Neuigkeiten gab es diese Woche auch vom Westschweizer Lebensmittelkonzern: Nestlé wehrte sich in Frankreich gegen einen neuen Prozess um illegale Deponien für Kunststoffabfällen. Ein Berufungsgericht habe angeordnet, den Fall neu aufzurollen. Nestlé widerspricht den Vorwürfen. Zudem vermeldete der Konzern eine mehrjährige Marketingpartnerschaft mit der nordamerikanischen Basketballliga NBA und dass er seine Investitionen in Mexiko verdoppeln will.

Die Kursziele der Analysten liegen laut AWP-Analyser zwischen 74 und 100 Franken. Zehn Kaufempfehlungen stehen einer Verkaufsempfehlung gegenüber. Neun Analysten werten die Aktie neutral ein.

Der Fokus der Anleger liegt nun auf den Quartalszahlen der drei SMI-Schwergewichte. Roche und Nestlé präsentieren diese am 22. Oktober, Novartis folgt am 27. Oktober.

Portrait von cash-Redaktor Loris Gregorio
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