Während die Arbeitslosenquote im August auf dem Vormonatsniveau verharrte, hält der rückläufige Trend bei der Kurzarbeit an. Der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit ist in dieser Jahreszeit ein übliches Phänomen.

Jeden Sommer beenden schweizweit zahlreiche Jugendliche die Schule, ihre Lehre, eine Fachhochschule oder ein Studium und sind auf der Suche nach einer Anschlusslösung oder einer Arbeitsstelle noch nicht fündig geworden. Dies treibe die Arbeitslosenzahlen bei den 15- bis 24-Jährigen in die Höhe, erklärte Jérôme Cosandey, Leiter der Direktion für Arbeit beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), anlässlich der Vorlage der neuen Arbeitlosenzahlen an einer Telefonkonferenz am Montag.

Besonders ausgeprägt ist dies im August, und das war in diesem Jahr nicht anders: So nahm die Zahl der bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) in dieser Altersgruppe als arbeitslos gemeldeten Personen gegenüber Juli um knapp ein Fünftel oder 2400 auf rund 14'700 Personen zu. Die dazugehörige Arbeitslosenquote kletterte um 0,6 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent.

In den weiteren Alterskategorien der 25- bis 49-Jährigen und 50- bis 64-Jährigen verharrten die Quoten bei 3,3 beziehungsweise 2,7 Prozent. Und über alle Gruppen hinweg verblieb die Quote bei 3,0 Prozent und um saisonale Faktoren bereinigt bei 3,1 Prozent, wie das Seco mitteilte.

Junge finden schneller einen Job

Den Peak erreiche die Arbeitslosigkeit bei den Jugendlichen in der Regel im August, so Cosandey. «Danach nimmt die Arbeitslosigkeit vor allem bei den unter 20-Jährigen bis in den Herbst sehr rasch ab.» Und auch bei den 20- bis 25-Jährigen stelle sich spätestens bis Anfang des kommenden Jahres eine klare Verbesserung ein. «Das dürfte auch dieses Mal so sein», sagte der Seco-Experte.

In jungen Jahren ist das Risiko, arbeitslos zu werden, zwar grösser als im höheren Alter. Dafür finden Jugendliche viel rascher eine Stelle, oder sie gehen einer Aus- oder Weiterbildung nach. Im Durchschnitt sind sie laut Daten des Seco in etwas mehr als drei Monaten nicht mehr als arbeitslos gemeldet. Bei den 55- bis 64-Jährigen beträgt die mittlere Dauer, um die Arbeitslosigkeit hinter sich zu lassen, über neun Monate.

Robuster Arbeitsmarkt

Der gesamte Schweizer Arbeitsmarkt zeigt sich laut Cosandey in einem weiterhin von zahlreichen geopolitischen und konjunkturellen Unsicherheiten geprägten Umfeld weiterhin robust. Per Ende August nahm die Zahl der bei den RAV als arbeitslos registrierten Personen gegenüber Juli nur um 1,6 Prozent auf 141'544 Personen zu. Und die Zahl der Stellensuchenden erhöhte sich minimal um 48 auf 227'248 Personen.

Ein weiteres Indiz für die stabile Lage ist der kontinuierliche Rückgang bei der Kurzarbeit. Mit diesem Instrument können Unternehmen in wirtschaftlichen Schwächephasen vorübergehend auf den Abbau von Arbeitsplätzen verzichten, um so auf eine allfällige spätere Erholung vorbereitet zu sein.

Zu der Kurzarbeit liefert das Seco verzögert Daten: Demnach waren im Mai mit 8331 Personen knapp 16 Prozent weniger von Kurzarbeit betroffen als im April. Die Anzahl der von Kurzarbeit betroffenen Betriebsabteilungen verringerte sich im gleichen Zeitraum um 12 Prozent auf 599. Und die Voranmeldungen der Firmen auf Kurzarbeit deuteten auf einen weiteren Rückgang in den darauffolgenden Monaten hin, hiess es.

(AWP)