Schwächen zeigt die Branche aber bei Innovationen, dem Einsatz von KI und klinischen Studien. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie.

Die Schweizer Chemie- und Pharmabranche hat sich im jährlich erhobenen «Global Industry Competitiveness Index (GICI)» von BAK Economics auf dem dritten Platz behauptet. An der Spitze der vom Wirtschaftsverband Scienceindustries in Auftrag gegebenen Studie landeten wie schon im Vorjahr die USA, gefolgt von Tiefsteuerland Irland.

Insgesamt ist die Schweiz von den untersuchten Ländern am breitesten aufgestellt und landeten bei allen Untersuchten Indikatoren unter den Top 10, wie Studienautor Michael Grass an einem Medienanlass sagte.

Zurückfallen bei Innovationen

Schwach zeigte sich die Schweiz jedoch im Bereich Innovation und Technologieführerschaft. Während die Chemie-Branche sich auch hier weit oben halten kann, fiel Pharma auf den neunten Platz zurück.

Die Schwäche in diesem Bereich sei vor allem durch die geringe Anzahl von klinischen Studien, die geringe digitale Durchdringung im Gesundheitswesen, die KI-Nutzung und die Vergütung von Medikamenten begründet, so die Studie. Das Fundament sei jedoch weiterhin sehr gut. Je näher es aber in Richtung Patienten geht, desto mehr nimmt der Abstand der Schweizer Forschung zu.

«Das Abrutschen bei Technologie und Innovationsführerschaft gibt zu denken, viele Ländern haben einen grossen Hunger, hier aufzuholen», ergänzte Scienceindustries-Präsidentin Annette Luther. Die Schweiz müsse daher vor allem in der Forschung wieder stärker werden.

China im Aufholmodus

Insgesamt hat China im Ranking deutlich aufgeholt und verbesserte sich um vier Plätze auf Rang 12. Das Land der Mitte landete bei Faktoren wie der Marktstellung, Patenten, Zahl der klinischen Studien und Forschungsausgaben schon weit vorne.

Schwach zeigt sich China hingegen bei der Standortqualität, wozu etwa die Regulierung, der Schutz von geistigem Eigentum oder der Abbau von Markthürden zählt. Zuletzt habe es hier aber erhebliche Fortschritte gegeben. Laut Grass «könnte China in den nächsten ein bis zwei Jahren daher auch schon weit vorne stehen.»

(AWP)