Im zweiten Quartal 2026 blieb die Schweizer Tech-Industrie, wie sich die Branche seit einiger Zeit nennt, im Aufwärtstrend. So nahmen die Bestellungen zwischen April und Juni um 14,4 Prozent zu, im gesamten ersten Halbjahr resultierte ein Plus von 12,1 Prozent, wie Swissmem am Montag mitteilte.

«Die Erholung in der Schweizer Tech-Industrie hat sich fortgesetzt», liess sich Swissmem-Direktor Stefan Brupbacher zitieren. Beim Auftragseingang gab es nun das vierte Quartal in Folge ein Wachstum.

Die Branche hat allerdings eine lange Durststrecke hinter sich. Einen höheren Wachstumswert als im zweiten Quartal gab es letztmals im Jahr 2021. Danach gab es immer wieder Quartale mit einem rückläufigen Auftragsvolumen.

Doch auch jetzt sei die Lage nach wie vor fragil, so Brupbacher. So seien die Umsätze in den Monaten April bis Juni nur um 1,7 Prozent gestiegen. Damit habe die Erholung - bezogen auf diese Kennzahl - sogar an Dynamik verloren.

Zudem wurde der Umsatzzuwachs vor allem von Grossunternehmen getragen, die 2,9 Prozent zulegten. Bei den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) gingen die Verkäufe im zweiten Quartal dagegen um 3,8 Prozent zurück.

Viele Firmen mit Margenproblem

Auch die Auslastung bereite weiterhin Sorgen. So lag die Betriebsauslastung zuletzt mit 81,1 Prozent klar unter dem langjährigen Mittel von 85,6 Prozent.

Die geringe Auslastung setzt auch die Margen der Firmen stark unter Druck. So hätten sich die EBIT-Margen fast in der gesamten Breite verschlechtert. Ein Viertel der Firmen weist laut Swissmem inzwischen sogar negative Margen aus. Und knapp 30 Prozent erwirtschafte nur knapp die Kosten für Kapital sowie Forschung und Entwicklung. Damit fehle es an Mitteln für Investitionen in die Zukunft, so der Verband.

Hohe Risiken

Die Risiken für die zaghafte Erholung sind ausserdem erheblich. So könnten laut Swissmem ein erneut aufflammender Krieg im Nahen Osten, steigende Energiekosten und Engpässe in den Lieferketten die Erholung wieder abwürgen.

Dennoch gibt es in der Branche einen verhaltenen Optimismus. Gut ein Drittel der Mitgliedsfirmen erwartet laut dem Verband in den nächsten 12 Monaten denn auch steigende Aufträge aus dem Ausland, 41 Prozent gehen zumindest von einem gleichbleibenden Niveau aus.

(AWP)