Schweizer kaufen vermehrt Aktien auf Pump

Auch in der Schweiz arbeiten immer mehr Anlagekunden mit einem Lombardkredit. Darauf lassen zumindest Statistiken schliessen. Allerdings gibt es eine weitere Erklärung für dieses Phänomen.
03.09.2013 08:00
Von Lorenz Burkhalter

Noch nie zuvor wurden in den USA so viele Aktienkäufe auf Pump getätigt. Doch auch bei den Schweizer Banken kommen immer häufiger mit Wertschriften gedeckte Kredite, sogenannte Lombardkredite, zum Einsatz.

Statistiken der MainFirst Bank verraten, dass der Anteil aller ausstehender Kredite an den verwalteten Kundenvermögen schon seit Jahren kontinuierlich wächst. Und dies nicht nur bei den grösseren Privatbanken, sondern auch im Wealth Management der UBS. Dasselbe ist bei den Lombardkrediten zu beobachten.

Die MainFirst Bank führt dies darauf zurück, dass der Anlagekundschaft sehr viel aktiver Kredite verkauft werden. Durch die mit Wertschriften oder Immobilien gedeckten Kredite lasse sich eine stärkere Kundenbindung erzielen. Ausserdem steige dadurch das aktiv verwaltete Vermögen, was sich positiv in der Entwicklung der Bruttomarge niederschlage.

UBS und Julius Bär die Gewinner dieses Trends

In den letzten Jahren habe auch das von tiefen Zinsen geprägte Umfeld geholfen, so das Bankinstitut. Durch die tiefen Zinsen sei Fremdkapital günstiger und dadurch attraktiver für die Kundschaft geworden. Teilweise habe auch der Renditedruck dazu geführt, dass Anlagekunden vermehrt mit einem kreditseitigen Hebel auf ihrem Vermögen arbeiten würden.

Einen Grund für das gestiegene Verhältnis zwischen den ausstehenden Krediten und den verwalteten Kundenvermögen sieht die MainFirst Bank allerdings vor allem beim immer höheren Anteil asiatischer Anlagekunden. Letztere seien traditionell aufgeschlossener, mit einer Hebelwirkung auf dem eigenen Vermögen anzulegen.

Der Trend hin zum Kauf von Aktien oder anderen Wertschriften auf Pump führt der Bank zufolge zu höheren Bruttomargen und zu einer höheren Nettoneugeldschöpfung. Auf Basis vorliegender Statistiken hätten die UBS und Julius Bär zuletzt am stärksten davon profitiert.

Allerdings sei der Trend ein zweischneidiges Schwert, weil das Verhältnis zwischen den ausstehenden Krediten und den verwalteten Kundenvermögen stärkeren Schwankungen unterliege und in Zukunft deshalb auch wieder bremsen könnte.