Schweizer Konzernchefs verdienen mehr

Die Lohnzahlungen an die Konzernchefs der grössten kotierten Schweizer Unternehmen sind 2015 im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen.
05.04.2016 18:01
Von Daniel Hügli
Olaf Lang ist Leiter des Beratungsbereichs «Talent & Rewards» bei Willis Towers Watson.

Die durchschnittliche Vergütung erhöhte sich um 1 Prozent auf 5,83 Millionen Franken. Dies geht aus der Studie "CEO Vergütung im SLI 2015" von Willis Towers Watson hervor. Sie untersucht die Chef-Löhne der Schweizer Firmen, die im Swiss Leader Index (SLI) enthalten sind. 

Die durchschnittliche Vergütung stieg moderat an, während das operative Ergebnis (Ebit) der grössten Schweizer Firmen im Schnitt um 3 Prozent auf 3,08 Milliarden Franken fiel. "Die Änderungen in beiden Bereichen waren sehr moderat", sagt Olaf Lang, Experte und Studienleiter bei Willis Towers Watson im cash-Video-InterviewZu den typischen Entlöhnungselementen eines SLI-CEO – der sogenannten Direktvergütung – gehören die fixe Grundvergütung, der Bonus sowie die langfristig variable Vergütung. 

Ein gutes Ergebnis sollte laut Willis Towers Watson grundsätzlich eine höhere Vergütung zur Folge haben und umgekehrt. ""Das ist das, was vernünftig ist", sagt Lang weiter. Bei einem Drittel der SLI-Unternehmen gingen sowohl der Ebit als auch die Direktvergütung nach oben, während bei 24 Prozent Ergebnis und Vergütung gesunken waren. 

Der bestbezahlte Chef der Schweiz ist, wie seit der Veröffentlichung des Jahresberichts der UBS bekannt, Sergio Ermotti. Etwas mehr als 14 Millionen Franken bezahlte ihm die UBS für das vergangene Jahr.  Regelmässig zur Riege der Topverdiener gehört auch Roche-Chef Severin Schwan. Im vergangenen Jahr erhielt er 11,4 Millionen Franken. Damit liegt Schwan knapp vor dem Chef der Konkurrenz: Novartis-Chef Joseph Jimenez rangiert mit 11,3 Millionen Franken auf Platz drei. Der CEO der Swisscom, Urs Schaeppi, verdiente mit 1,6 Millionen Franken am wenigsten. 

Damit hält der Trend an, dass die Vergütungen der Schweizer CEO in den letzten Jahren wieder angestiegen sind. Dies gut drei Jahre nach dem Volks-Ja zur Minder-Initiative, deren Regeln nun weitgehend umgesetzt sind. Der Anstieg der Entlöhnung ist insbesondere bei Bank-Spitzen zu beobachten, nachdem sich die Pharma-Chefs einige Zeit an der Spitze halten konnten.

"Die Minderinitiative hatte einen starken Einfluss auf die Aktionärsrechte. Das ist gut. Auf die Höhe der Vergütung haben wir durch Minder in den letzten Jahren noch keinen signifikanten Einfluss gesehen", sagt Lang. 

Rund 8,8 Millionen Franken verdienten die neun Konzernleitungsmitglieder der UBS - Chef Ermotti ausgenommen - im Durchschnitt, was den Spitzenplatz in der Schweiz bedeutet. Das ist fast neunmal mehr als beim Berner Pharmakonzern Galenica, wo ein Geschäftsleitungsmitglied durchschnittlich eine Million verdient.

Im cash-Video-Interview äussert sich Olaf Lang auch zum wachsenden Einfluss von internationalen Stimmrechtsvertretern wie ISS.