Schwellenland-Schockwelle bedroht Europas Banken

Für die europäischen Banken werden die Turbulenzen in den Schwellenländern zunehmend ein Risiko. Ein Finanzinstitut spielt nun mit dem Gedanken, der Anlagekundschaft zum Verkauf aller Bankaktien zu raten.
29.08.2013 08:56
Von Lorenz Burkhalter

Die Lage in den Schwellenländern spitzt sich immer mehr zu. Während sich die Kursverluste an den Aktienmärkten bisher in Grenzen hielten, brodelt es an der Währungs- und Zinsfront.

In einem Kommentar warnt die Berenberg Bank denn auch vor einer Ansteckungsgefahr für europäische Banken. Schon Ende der 90er Jahre seien von Asien aus Schockwellen über die ganze Welt gegangen, heisst es. Das Bankinstitut spielt deshalb mit dem Gedanken, der Anlagekundschaft zum Verkauf aller Bankaktien zu raten.

Noch sei die Situation in den Schwellenländern zwar nicht schlimm genug. Dennoch behält man bei der Berenberg Bank die weiteren Währungs- und Zinsverschiebungen in diesen Ländern genauestens im Auge.

Angst vor einer weiteren Finanzkrise

Die Bank zitiert im Kommentar den ehemaligen Chefökonomen von Morgan Stanley, Stephen Roach. Gemäss Roach befinde sich die Weltwirtschaft am Beginn einer weiteren Krise. Und einmal mehr stehe die US-Notenbank im Auge des Wirbelsturms.

Roach sehe in den Zahlungsbilanzdefiziten von Ländern wie Indien und Indonesien, der Talfahrt ihrer Währungen und den von Leitzinserhöhungen geprägten Abwehrstrategien eine Gefahr für die Weltwirtschaft.

Die Berenberg Bank warnt im Kommentar vor allem vor den Folgen der steigenden Zinsen in den Schwellenländern, insbesondere für die wirtschaftliche Entwicklung der davon betroffenen Länder. Den europäischen Banken würden nicht nur Kreditausfälle, sondern auch das Risiko eines Dominoeffekts drohen. Schon in den Jahren 1997/98 und 2008/09 habe die Angst vor einem solchen Dominoeffekt zu Krisen geführt.