Sensorenhersteller - AMS-Aktien ziehen nach Spekulationen um Verkauf der Osram-Automotive-Sparte an

Der Sensoren- und Chiphersteller AMS prüft offenbar verschiedene Optionen für die Zeit nach dem bevorstehenden Abschluss der Osram-Übernahme. Das treibt die Aktie nach oben.
16.06.2020 10:45
Ams ist ein multinationaler Halbleiterhersteller mit Hauptsitz in Premstätten, Österreich.
Ams ist ein multinationaler Halbleiterhersteller mit Hauptsitz in Premstätten, Österreich.
Bild: iNg

Die AMS-Aktien ziehen am Dienstagmorgen kräftig an. Ausgelöst wurde das Kursfeuerwerk u.a. von Gerüchten, wonach der österreichische Chip- und Sensorenhersteller den Automotive-Bereich von Osram nach erfolgter Übernahme verkaufen könnte. Bis um 10:45 Uhr klettern die AMS-Titel um 6,6 Prozent auf 17,04 Franken. Gehandelt sind bereits mehr als ein Drittel eines durchschnittlichen Tagesvolumens. Der Gesamtmarkt SPI steht derweil mit +1,8 Prozent ebenfalls kräftig im Plus.

Bereits im Februar hatte AMS angekündigt, sich bei Osram nach erfolgter Übernahme auf das Kerngeschäft konzentrieren zu wollen, ohne dies zu genauer zu spezifizieren. Experten waren davon ausgegangen, dass etwa das Digitale Geschäft von Osram verkauft wird.

Laut einem Bloomberg-Artikel soll nun aber auch der Verkauf der umsatzmässig gewichtigeren Automotive-Sparte geprüft werden. Gemäss internen Dokumenten soll dieser in eine Holding-Struktur übergeführt werden, was ein Verkauf wahrscheinlich mache, heisst es im Artikel.

Der zuständige Experte der Credit Suisse schätzt den Umsatz des Bereichs, unter Abzug der Intersegments-Verkäufe, auf rund 1 Milliarde Euro. Aufgrund der engen Verflechtung sei eine Loslösung des Bereichs aber nur schwierig zu bewerkstelligen. Auf der anderen Seite würde ein Verkauf die im Zuge der Übernahme angestiegene Verschuldung von AMS wieder reduzieren.

Sollte die Transaktion zu Stande kommen, errechent der CS-Analyst auf pro-forma-Basis für AMS und die verbliebenen Geschäfte von Osram mit einem Umsatz von 3,4 Mrd Euro und einer EBIT-Marge von 15 bis 16 Prozent. Falls wie bislang angenommen lediglich das digitale Geschäft abgestossen werde, läge der Umsatz für 2020 pro-forma bei 4,4 Milliarden Euro und die Marge bei rund 12 Prozent.

an/uh

(AWP)

 
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