Sensorenhersteller - IPO-Banken zoffen sich um die Sensirion-Aktie

Keine zwei Wochen nach einer Verkaufsempfehlung durch die Credit Suisse rät mit J.P. Morgan bei der Aktie von Sensirion zum Einstieg. Die beiden IPO-Banken beurteilen die Zukunft des Sensorenherstellers unterschiedlich.
20.09.2019 09:59
Von Lorenz Burkhalter
Sensorherstellung am Hauptsitz von Sensirion in Stäfa.
Sensorherstellung am Hauptsitz von Sensirion in Stäfa.
Bild: ZVG

Als sich Sensirion im März letzten Jahres dem Publikum öffnete, rührten J.P. Morgan und die Credit Suisse noch gemeinsam die Werbetrommel für den Sensorenhersteller aus Stäfa. Die beiden Hauptverantwortliche des Börsengangs zogen am selben Strang. Doch das war einmal.

Am frühen Freitagmorgen überrascht J.P. Morgan mit einer Heraufstufung der Aktie von "Neutral" auf "Overweight", was einer Kaufempfehlung gleichkommt. Die US-Investmentbank zeigt sich zuversichtlich, dass die Sensorennachfrage seitens der Automobilindustrie in der ersten Jahreshälfte die Talsohle erreicht hat und veranschlagt neu ein Kursziel von 48 (zuvor 40) Franken. Dass die dies- und nächstjährigen Gewinnschätzungen für Sensirion erneut reduziert werden, will allerdings so gar nicht zum höheren Kursziel passen.

Für J.P. Morgan ein Kauf, für die Credit Suisse ein Verkauf

Mit der Kaufempfehlung stemmt sich J.P. Morgan gegen die Credit Suisse. Keine zwei Wochen ist es her, dass letztere die Wiederabdeckung der Aktie mit einer "Underperform" lautenden Verkaufsempfehlung und einem Kursziel von nur 28 Franken aufnahm (cash berichtete). Zur Erinnerung: Die beiden mit dem Börsengang betrauten Banken platzierten die Aktie im März vor einem Jahr zu 36 Franken im Publikum.

Anders als J.P. Morgan warnt die Credit Suisse vor weiterem Margendruck, sollte sich der Abschwung in den Absatzmärkten von Sensirion fortsetzen. Mitte Juli sah sich der Sensorenhersteller aus Stäfa gar zu einer Umsatz- und Gewinnwarnung gezwungen. Diese Nachricht liess den Aktienkurs damals alleine am Tag der Bekanntgabe vorübergehend um 10 Prozent abtauchen.

Aufstieg und Fall der Sensirion-Aktie seit dem ersten Handelstag vom März 2018 (Quelle: www.cash.ch)

Noch schwerer wiegt aus Sicht der Credit Suisse aber die Möglichkeit eines Markteintritts deutlich grösserer Rivalen. Und auch vor den Folgen des rasanten technologischen Wandels warnt die Grossbank. Beides scheint für J.P. Morgan zumindest vorderhand kein Thema zu sein.

Während die US-Investmentbank den Sensorenhersteller über die nächsten Jahre mit jährlich 12 Prozent wachsen sieht, geht die Credit Suisse gerademal von einem Umsatzwachstum von knapp 7 Prozent aus.

Machen Ankeraktionäre bald Kasse?

Die Kaufempfehlung heizt der Sensirion-Aktie kräftig ein. Sie gewinnt zur Stunde satte 8,5 Prozent auf 41,55 Franken.

Das dürfte nicht zuletzt auch die Ankeraktionäre um den früheren Bachem-Chef und Saurer-Verwaltungsrat Gottlieb Knoch freuen. Er hält 5,5 Prozent der Stimmen. Doch auch die beiden Finanzinvestoren 7-Industries und EGS Beteiligungen sind noch immer mit an Bord. Und das, obschon die Verkaufssperre auf ihren Aktienpaketen bereits sechs Monate nach dem Börsengang ausgelaufen ist. Gemeinsam mit den beiden Firmengründern Moritz Lechner und Felix Mayer kontrollieren die Finanzinvestoren 33,3 Prozent der Stimmen.

Einige Beobachter sehen in der Kaufempfehlung seitens von J.P. Morgan denn auch einen möglichen Hinweis für eine bevorstehende Beteiligungsreduktion durch die bisherigen Ankeraktionäre. Diese hätten vor gut einem Jahr sogar 70 Franken oder mehr für ihre Aktien lösen können. Mittlerweile kostet die Aktie nur noch gut die Hälfte.

 
Aktuell+/-%
Sensirion Hldg N59.50-0.67%
BACHEM HLDG N -B-360.000.00%

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