Sind Privatbankaktien besser als ihr Ruf?

Die Schweizer Privatbankaktien werden in einer Studie als attraktiv bezeichnet. Doch nicht alle dieser Aktien werden zum Kauf empfohlen.
29.11.2013 08:43
Von Lorenz Burkhalter
Die Aktie von EFG International werden bei der MainFirst Bank zu den Favoriten gezählt.

Über die beiden Schweizer Grossbanken wurde in den letzten Wochen viel geschrieben, nicht aber über die zahlreichen Schweizer Privatbanken. Das hat möglicherweise den für die MainFirst Bank tätige Analyst zu einer Studie über die kleineren Finanzinstitute inspiriert.

In einer Sektorstudie bricht er eine Lanze für die Schweizer Privatbanken. Favorisiert wird die mit «Outperform» und einem Kursziel von 15 Franken eingestufte Aktie von EFG International genauso wie jene von Vontobel. Sie wird ebenfalls mit «Outperform» und einem Kursziel von 35 Franken empfohlen.

Zwei klare Aktienfavoriten

Der Vermögensverwalter EFG International sei mit seiner mittelfristigen Neuausrichtung auf einem guten Weg. Eine Verlangsamung in der zweiten Jahreshälfte spiegle sich bereits im gedrückten Aktienkurs und in der Bewertung wider.Alleine in den letzten vier Wochen hat der Titel rund 10 Prozent eingebüsst.

Vontobel verfügt laut dem Analysten über gute Aussichten. Das gelte genauso für das Vermögensverwaltungsgeschäft wie auch für das Private Banking. Beide Bereiche würden helfen, das sich unterdurchschnittlich entwickelnde Investment Banking aufzufangen.

Gemieden werden sollte hingegen die mit «Underperform» eingestufte Aktie von Julius Bär. Abwärtspotenzial sieht die MainFirst Bank allem Anschein nach keines, entspricht das Kursziel mit 43 Franken doch dem aktuellen Aktienkurs.

Weltweiter Markt für Private Banking noch immer attraktiv

Die Lustlosigkeit der Anlagekundschaft schlage sich derzeit zwar in rückläufigen Bruttomargen nieder, so der Analyst. Ausserdem lasse der intensive regulatorische Druck die Kosten explodieren. Diese beiden Herausforderungen seien dem Markt mittlerweile allerdings bestens bekannt.

Auf lange Sicht sehe es nicht unbedingt schlecht aus für die Schweizer Privatbanken. Der weltweite Markt für Private Banking bleibe attraktiv. Ausserdem gefällt dem Analyst, dass sich immer mehr Banken den Kostenproblemen annehmen. Mit der Anhebung wiederkehrender Gebühren, der Neugestaltung des Angebots und einer Förderung von Vermögensverwaltungsmandaten werde den rückläufigen Bruttomargen die Stirn geboten.

Da das Schweizer Bankgeheimnis faktisch nicht mehr überlebensfähig und der automatische Informationsaustausch nur noch eine Frage der Zeit sei, nehme die Attraktivität des hiesigen Private Bankings ohne Zweifel ab. Mit der vergleichsweise starken Stellung in den Schwellenländern und einem starken Fokus auf die Kosteneffizienz gestalte sich der Ausblick gar nicht mal so schlecht.