Infracore mit Sitz in Fribourg galt schon längere Zeit als Kandidat für einen Börsengang. Nun soll es bald so weit sein. Der Krankenhausimmobilien-Spezialist peilt in den «nächsten Wochen» eine Kotierung an der Schweizer Börse SIX an, wie das Unternehmen am Dienstag bekannt gab. Damit würde die SIX um eine weitere Schweizer Immobilienaktie reicher.
Die Ausgabe neuer Aktien soll der Firma rund 200 Millionen Franken an Erlösen einbringen. Infracore besitzt nach eigenen Angaben 47 Liegenschaften in der Schweiz mit einem Gesamtwert von 1,4 Milliarden Franken. Darunter befinden sich laut Website die Privatklinik Bethanien in Zürich, der Genolier Campus bei Nyon VD oder das Campus Spital in Zofingen AG. Hauptmieter der Infracore-Immobilien ist Swiss Medical Network, das zweitgrösste private Krankenhausnetzwerk der Schweiz.
Infracore setzt auf Sale- and Leaseback-Transaktionen: Die Firma kauft den Spitälern Liegenschaften ab und vermietet sie dem ehemaligen Eigentümer gleich wieder. Dies vor dem Hintergrund, dass viele Schweizer Spitäler Mühe haben mit der Finanzierung und der Rückzahlung von Obligationen.
Die US-Beteiligungsgesellschaft Medical Properties Trust hält rund 70 Prozent an Infracore, die restlichen 30 Prozent besitzt Aevis Victoria, die zugleich 76 Prozent an Swiss Medical Network hält. Daneben hat Aevis Schweizer Luxushotels im Portfolio. Die Aktie von Aevis ist bereits länger an der Schweizer Börse gelistet und keine grosse Erfolgsgeschichte. Der Kurs pendelt seit fast zwei Jahren um die Marke von 13 Franken. Den Rekord erreichte sie bei 21 Franken im September 2022. Aevis schrieb in den vergangenen Jahren mehrheitlich Verluste.
Investoren dürfen von Infracore, wie bei anderen Immobilienaktien, eine anständige Dividende erwarten. Wie attraktiv die Aktie tatsächlich ist, hängt nicht zuletzt von der Höhe des «Free Float» ab, also der Anzahl handelbarer Aktien.

