Die Aktie von Zurich Insurance legt am Mittwoch 0,5 Prozent auf 592 Franken zu. Sie erreicht damit den höchsten Stand seit drei Wochen. Bereits am Dienstag stieg die Aktie 1,8 Prozent auf 588,20 Franken.

Grund war hauptsächlich eine Rating-Änderung. Die Bank Vontobel stufte die Aktie von «Halten» auf «Kaufen» hoch. Der Markt unterschätze das Wertschöpfungspotenzial von Zurich aus der Beazley-Akquisition. Zurich hatte die Übernahme des britischen Spezialversicherers Anfang Oktober vollzogen. 

Zurich hatte Anfang März für Beazley ein verbindliches Kaufangebot in Höhe von insgesamt knapp 11 Milliarden US-Dollar abgegeben. Gemeinsam mit Beazley will Zurich in Sparten wie Cyber, Infrastruktur oder erneuerbare Energien weiter an Grösse gewinnen.

«Die erfolgreiche Bindung und Integration der Underwriting-Talente von Beazley in die Zurich-Plattform wird ein signifikantes Gewinnwachstum freisetzen», schrieb Vontobel-Analyst Matteo Lindauer. Zudem biete Zurich eine attraktive Dividendenrendite von 5,6 Prozent, verglichen mit 2,9 Prozent des Swiss Performance Index.

«Wir sehen Potenzial für beschleunigte Dividendenerhöhungen, sobald die Beazley-Integration bis 2029 abgeschlossen ist», so die Bank Vontobel weiter. Das Kursziel für die Zurich-Aktie wurde neu auf 655 Franken von 630 Franken erhöht.

Auch Goldman Sachs ist wieder positiver gestimmt für die Zurich-Aktie. Der zuständige Versicherungsanalyst nahm am Dienstag die Wiederabdeckung der Aktien mit «Neutral» und einem Zwölf-Monats-Kursziel von 603 Franken wieder auf.

Der Titel hat durchaus Aufholpotenzial. Nach einem starken Anstieg zwischen Anfang 2023 und Anfang 2025 hat sich der Titel per saldo kaum mehr bewegt. Auch in diesem Jahr lief Zurich Insurance an der Börse nur mässig. Die Aktie liegt seit Anfang Januar 2 Prozent im Minus. 

Allerdings bergen Übernahmen wie die von Beazley auch immer gewisse Risiken. Es gab vonseiten der Ratingagenturen während des Übernahmeprozesses kritische Stimmen und vorsichtige Analystenkommentare. Zurich musste ihr Angebot mehrmals nachbessern, was dazu führte, dass die Akquisition als überteuert beurteilt wurde.

Die Ratingagentur Moody's hat die Krediteinstufungen für die Zurich-Gruppe nach der Übernahme von Beazley jüngst aber bestätigt. Das Finanzstärke-Rating für die operative Tochter Zurich Insurance Company (ZIC) lautet weiterhin "Aa2", wie die Agentur letzte Woche mitteilte. Der Ausblick beliess Moody's auf "stabil".

Das Rating basiere auf der weiterhin starken und stabilen Ertragslage sowie dem umsichtigen Risiko- und Kapitalmanagement der Versicherungsgruppe, so Moody's weiter. Zudem stärke die Übernahme von Beazley das Geschäftsprofil der Zurich, indem der Konzern die margenstarke Spezialversicherung erheblich ausgeweitet habe.

Die Analystenempfehlungen für die Zurich-Aktie sind durchzogen. Es überwiegen die «Halten»-Ratings (es gibt deren acht), die «Kaufen»- und «Verkaufen»-Empfehlungen halten sich mit fünf beziehungsweise sechs etwa die Waage.

 

 

Daniel Hügli
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