Die Schweizerische Nationalbank (SNB) sieht nach dem Anstieg der Inflation auf den höchsten Stand seit fast drei ‌Jahren ⁠keine allgemeine Ausweitung des Preisdrucks. Die Teuerung beschränke sich derzeit ⁠vor allem auf Treibstoffe und Energie, sagte SNB-Präsident Martin Schlegel am Donnerstag auf ‌einer Veranstaltung in Zürich. «Wenn man sich diese ‌Daten jetzt ansieht, war es ​ein rascher Anstieg von einem auf 1,5 Prozent.» Dies sei hauptsächlich durch teureres Benzin, Diesel und Heizöl getrieben worden. «Aber generell sehen wir im Moment keine deutliche Ausweitung des Preisdrucks», erklärte Schlegel. ‌Die Notenbank werde die Daten vor ihrem nächsten geldpolitischen Entscheid im Dezember prüfen. Sie verfüge zudem über die richtigen Instrumente, um ​die Inflation in Zukunft zu bekämpfen.

Im Oktober zog ​die Inflation in der Schweiz ​auf 1,5 Prozent an und übertraf damit die Erwartungen der Notenbank. Die Notenbank ‌beobachte die Entwicklung genau, um ein Übergreifen der Preissteigerungen auf andere Wirtschaftsbereiche zu verhindern, erklärte Schlegel in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview ​der «Handelszeitung». ​Es gebe bislang jedoch keine wesentlichen ⁠Zweitrundeneffekte. «Sollte die Preisstabilität gefährdet sein, würde ​die Nationalbank nicht zögern, die ⁠Geldpolitik anzupassen.» Die Teuerung liegt bisher innerhalb des Zielbereichs ‌der SNB von null bis zwei Prozent, den die Notenbank als Preisstabilität definiert. Der Leitzins in der Schweiz ‌liegt mit null Prozent gegenwärtig auf dem niedrigsten ​Niveau aller grösseren Währungsräume.

(Reuters)