So erteilen Sie Börsenaufträge

Nicht nur die Aktienauswahl, auch der Börsenhandel an sich hat seine Tücken. Welche Auftragsarten existieren und wann sie zum Einsatz kommen, erfahren Sie im Börsen-Einmaleins von cash.
11.02.2015 00:30
Von Ivo Ruch
Wer unbedarft an der Börse handelt, kann jäh abstürzen.

Beim selbstständigen Handeln an der Börse ist es enorm wichtig, dass Sie einige wichtige Punkte beachten. Denn wer sich blindlings in die Aktienmärkte stürzt, droht Schiffbruch zu erleiden. Über Erfolg und Misserfolg entscheidet in erster Linie die Titelauswahl. Aber auch zu hohe Trading-Gebühren können den Gewinn wegfressen (einen Überblick dazu finden Sie hier).

Oft geht aber vergessen, dass der Börsenhandel seine Tücken hat. Je nach Auftragsart können die Gewinne zusätzlich erhöht oder geschmälert werden. Folgende Auftragsarten gehören zum Wissen eines jeden Traders:

Bestens-Auftrag

All jene, die eine Aktie oder eine andere Wertschrift schnellstmöglich verkaufen oder kaufen wollen, bedienen sich eines bestens-Auftrages. Der Trade wird ausgeführt, sobald im Orderbuch eine Gegenpartei auftaucht. Unabhängig davon, wie sich der Aktienkurs in der Zwischenzeit verändert hat. Die Krux bei diesem Instrument ohne Kurslimite: Sie verlieren die Kontrolle über den endgültigen Preis.

So kann es sein, dass Sie zu einem überhöhten Preis kaufen oder zu einem unerwartet tiefen Preis verkaufen müssen. Gerade bei Aktien mit einem tiefen Handelsvolumen kann das problematisch sein, wenn die fehlende Liquidität zu überraschenden Kurssprüngen führt. Deshalb dürfen bestens-Aufträge nur bei häufig gehandelten Titeln eingesetzt werden. Ein Blick ins Orderbuch vor dem Trade ist aus diesem Grund immer zu empfehlen.

Limitierter Kaufauftrag

Anders verhält es sich bei einem Auftrag mit Limite. Dabei wird eine Kurslimite gesetzt und ein Zeitfenster definiert. Somit werden unliebsame Überraschungen gedämpft. Bei limitierten Aufträgen kann es zu Teilausführungen kommen, je nach Stückzahl der in Auftrag gegebenen Aktien und je nach Nachfrage der Gegenpartei.

Bei einem Kaufauftrag bestimmt die Limite den maximalen Kurs, welcher der Trader bereit ist zu bezahlen. Wenn Sie also für einen Titel bei aktuell 52 Franken auf keinen Fall mehr als 50 Franken bezahlen wollen, dann setzen Sie die Limite bei 50. Sobald der Kurs die Marke von 50 berührt, wird ihr Kaufauftrag nach den Regeln des Orderbuchs ausgeführt.

Limitierter Verkaufsauftrag

Mit einem limitierten Verkaufsauftrag können Sie sicherstellen, dass Sie einen bestimmten Betrag für Ihr Wertpapier erhalten. Erreicht der Kurs diese Limite nicht, kommt kein Handel zustande.

Als Faustregel gilt: Limitierte Aufträge machen besonders bei Aktien kleiner Unternehmen Sinn, die in geringer Stückzahl gehandelt werden. Zudem schützt der limitierte Auftrag davor, zu hohe Preise zu bezahlen oder zu wenig für ein Produkt zu erhalten. Gerade für Leute, die ihr Portfolio nicht ständig überwachen können, machen diese Aufträge Sinn.

Stop Loss

Neben den beiden bekanntesten Auftragsarten gibt es Möglichkeiten für etwas geübtere Trader. Stop-Loss-Aufträge kommen in der Regel beim Verkaufen zum Einsatz und werden erst dann ausgelöst, wenn der Wertschriftenkurs eine bestimmte Schwelle (Trigger) berührt. Dieses Instrument wird genutzt, um mögliche Verluste einzugrenzen.

Wenn Sie beispielsweise eine Wertschrift mit aktuellem Kurs bei 120 Franken gegen einen Absturz absichern möchten, dann setzen Sie einen Stop Loss bei 80 Franken. Sobald der Kurs diese Marke nach unten durchbricht, wird die Aktie "bestens" verkauft. Allerdings ist auch diese Strategie nicht ganz sicher. Wenn sich ein Kurs im freien Fall befindet (zum Beispiel Euro-Franken nach der Aufhebung des SNB-Mindestkurses), ist eine Preisbildung nicht möglich. Der Stop-Loss-Auftrag wird dann erst ausgeführt, wenn wieder ein stabiler Handel möglich ist – möglicherweise deutlich unter der angegebenen Schwelle.

Stop Loss mit Limite

Im Unterschied zum herkömmlichen Stop Loss wird dieser Auftrag nicht "bestens" sondern bis zu einer vordefinierten Limite verkauft. Fällt der Kurs unter diese Schwelle, wird der Verkauf gestoppt.

Wichtig: Neben den oben erwähnten gibt es weitere Handelsarten. Market-to-Limit, One-cancels-Other, Order-on-Event oder Iceberg-Order sind Beispiele. Doch nicht auf allen Trading-Plattformen ist die Auswahl gleich gross. Verwenden Sie deshalb nur Instrumente, die Sie auch verstehen.